Paderborn. Kreativität, handwerkliche Präzision und ein gutes Gespür für Gestaltung stehen jedes Jahr wieder im Mittelpunkt des Wettbewerbs „Die Gute Form“ der Tischler-Innung Paderborn: Nachdem die Jury Anfang Juli in der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe getagt hatte, um die diesjährigen Gesellenstücke zu bewerten, wurden jetzt die Gewinner im Rahmen einer Feierstunde bekanntgegeben.  

Mit dem Wettbewerb würdigt das Tischlerhandwerk seit mehr als 40 Jahren herausragende Gesellenstücke des Tischlernachwuchses. Bei ihrer Bewertung achtete die vierköpfige Jury insbesondere auf die gestalterische Idee, die handwerkliche Ausführung, die konstruktive Qualität, den Materialeinsatz, die Oberflächenbearbeitung sowie den Gesamteindruck der Arbeiten. „In diesem Jahr waren wieder viele hervorragende Gesellenstücke dabei, die zeigen, auf welch hohem Niveau unsere Nachwuchskräfte im Tischlerhandwerk arbeiten“, freut sich Liborius Kirwald, Vorsitzender der Jury.

Schaufenster für die Leistungsfähigkeit des Tischlerhandwerks

„Der Wettbewerb ist eine wertvolle Anerkennung für unsere jungen Tischler und zugleich ein starkes Schaufenster für die Leistungsfähigkeit unseres Handwerks“, betont auch Matthias Gerdesmeier, Obermeister der Tischler-Innung Paderborn. Die persönliche Handschrift, die jedes einzelne Möbelstück trägt, finde er immer wieder besonders spannend.

Auch Markus Rempe, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe, unterstreicht die Bedeutung des Wettbewerbs für die Ausbildung im Handwerk: „Hinter jedem gelungenen Gesellenstück stehen nicht nur Talent, Fleiß und Kreativität der jungen Tischler, sondern auch Ausbildungsbetriebe, die ihr Wissen mit großem Engagement weitergeben. Die Betriebe schaffen den Raum, in dem junge Menschen ihr handwerkliches Können entwickeln, Verantwortung übernehmen und gestalterisch wachsen können. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag für die Zukunft des Handwerks.“

Die Gewinner und ihre Gesellenstücke

Platz 1: Lea Jaeschke. Ihr Schuhschrank  besticht durch eine ausdrucksstarke Kombination aus lebendigem Olivenholz und mattgrünen Fronten. Die klare Symmetrie der Schuhklappen wird durch ein zentral platziertes, verglastes Vitrinenelement wirkungsvoll aufgebrochen. Im Inneren setzen klassisch verzinkte, handwerklich präzise gefertigte Schubkästen einen besonderen Akzent. So verbindet das Gesellenstück auf höchstem Niveau Ästhetik, Funktion und handwerkliche Qualität.

Platz 2: Ben Luca Müller. Sein Schreibtisch in Eiche  überzeugt mit klarer Geometrie und fein abgestimmten Linoleumflächen, die als wiederkehrendes Gestaltungselement markante Akzente setzen. Das Zusammenspiel mit dem natürlichen Eichenholz verleiht dem Schreibtisch eine moderne, urbane Ausstrahlung – eine handwerklich wie gestalterisch sehr überzeugende Arbeit.

Platz 3: Tobias Höpping.  Eine schlichte, präzise Grundform kombiniert mit fein ausgearbeiteten Fasen und Profilen verleihen seinem Schreibtisch in Eiche den eleganten Charakter. Raffinierte Detaillösungen, wie die nahezu unsichtbar integrierte Schublade und das funktional durchdachte Kabelfach mit edler Keramikabdeckung unterstreichen den hohen gestalterischen und technischen Anspruch.

Weitere Auszeichnungen

Eine Belobigung erhielt Paul Osdiek für seinen Plattenschrank Skivor. Das in schlichter Esche gefertigte Gesellenstück überzeugte durch seine harmonischen Proportionen und die feine zurückhaltende Profilierung. Farbige Schiebetüren setzen zudem einen gekonnten Akzent, der das elegant gestaltete Möbelstück erfrischend auflockert.

Eine weitere Belobigung erhielt das Gesellenstück von Mona Wiemer. Der „Cutting Cube“ fällt durch die proportional ausgewogene Stapelung der funktionalen Bereiche auf. Das Fugenbild und der Mittelteil in Betonoptik überzeugen den Betrachter.

Zudem erhielten Lea Jaeschke, Jan Penner, Henry Lennart Pfeiffer, Tobias Höpping und Paul Osdiek Urkunden für ihre hervorragenden Gesellenstücke .

Fotos der Gewinnermöbel gibt es unter: www.kh-online.de/die-gute-form-im-kreis-paderborn-2026