Münster/Bad Oeynhausen . Für den Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Land NRW (BLB NRW) Niederlassung Münster realisierte der KÖGEL Hochbau erneut ein spannendes Bauvorhaben: Auf einem bislang unbebauten Grundstück direkt vor dem Hörsaal des Fachbereichs Mathematik und Informatik entsteht der Forschungsbau „Centre for Mathematics – CMM“ der Universität Münster. Das Team um Marco Neugebauer, Leon Wacker und Miralem Mehmedagic übernahm bis September ein breites Spektrum an Bauleistungen.

„Seit November 2024 haben wir klassische Roh- und Betonbauarbeiten ausgeführt und Treppenfertigteile sowie Halbfertigteile für die Wände gesetzt“, berichtet Projektleiter Marco Neugebauer. Maurerarbeiten zählten ebenso zum Leistungsumfang wie die Umsetzung der beheizbaren Fahrradrampe. Das gesamte Gebäude erhielt im Untergeschoss eine sogenannte weiße Wanne ergänzt um die Integration einer Frischbetonverbundfolie. „Folien dieser Art helfen dabei, Gebäude gegen Feuchtigkeit aus dem Erdreich zu schützen. Sie bilden eine zusätzliche Schicht, die auch bei kleiner Rissbildung im Beton dicht bleibt“, erläutert er.

Das Atrium als architektonisches und handwerkliches Herzstück

Ein echtes Highlight des Neubaus ist der Atriumsbereich mit der markanten Treppenanlage. Dieser ist das architektonische und handwerkliche Herzstück des modern und funktional gestalteten Gebäudes. Die Umsetzung dieses Bereichs war laut Marco Neugebauer besonders anspruchsvoll und vielseitig.

„Die vier innenliegenden Treppen haben wir erst am Ende der Bauzeit realisiert, um den offenen Aufenthaltsbereich während der Bauphase zu erhalten“, so der Projektleiter.

Strukturierte Umsetzung durch Lean-Management

Von Beginn an hat das KÖGEL-Team das Projekt nach Lean-Management-Prinzipien geplant und gemeinsam mit dem Bauherrn umgesetzt. „Unsere Leanboards und die regelmäßige Fünf-Wochen-Vorschau sorgten für klare Abläufe, Transparenz und eine strukturierte Bauabwicklung“, blickt Marco Neugebauer zurück.

„Die Wandabschnitte wurden für jedes Geschoss exakt geplant, wodurch wir den Einsatz der Halbfertigteile optimal steuern konnten. Die enge Abstimmung mit dem Bauherrn und allen Projektbeteiligten ermöglichte wöchentliche Fortschrittsbesprechungen und eine flexible Zeitplanung, sodass wir trotz wetterbedingter Verzögerungen die Bauzeit einhalten konnten und sogar vor dem offiziellen Termin fertig waren.“

Partnerschaftliche Zusammenarbeit aller Beteiligten

Die Zusammenarbeit mit dem BLB NRW und der Objektüberwachung zeichnete sich durch eine offene, ehrliche und wertschätzende Kommunikation aus. Der persönliche Austausch, auch außerhalb formeller Termine, schuf ein produktives Miteinander. „Durch die Kombination von Effizienz und Teamwork entsteht in Münster ein zukunftsweisender Forschungsbau, der den idealen Raum für wissenschaftliches Arbeiten und neue mathematische Erkenntnisse bietet“, fasst Marco Neugebauer zusammen.

Infobox: Kunden-Interview mit Noah Thieben vom BLB Münster

Noah Thieben vom BLB Münster. Foto: pr
Noah Thieben vom BLB Münster. Foto: pr

Sie haben das Gebäude mit dem Excellenzcluster der Universität Münster unter der Überschrift „der organisierte Zufall“ konzipiert. Wie zeigt sich das in der Architektur des CMMs?

Das Leitmotiv ‚der organisierte Zufall‘ beruht darauf, dass tatsächlich viele wesentliche mathematische Durchbrüche durch zufällige Interaktionen entstehen. Übertragen auf die Architektur war uns vom BLB NRW deshalb wichtig, die sonst üblichen Raumstrukturen aufzubrechen und die Flächen für zufällige Begegnungen unter den Forschenden zu maximieren. Hierfür haben wir in unserer Planung auf off­ene Gestaltungselemente, minimale Wandflächen, kaum Türen sowie freie Sicht quer durch das Gebäudeinnere gesetzt.

Drei Atrien prägen das Zentrum. Warum würden Sie diese als Herzstück des Entwurfs bezeichnen?

Ein Begri­ff, der zum Start der Planung von den drei Professoren des Excellenzclusters immer wieder fiel, war ‚Durchbruch‘. Diesen habe ich wörtlich genommen und so entstand die Idee der überdimensionalen Durchbrüche in den Decken. In Form von drei Atrien durchbrechen wir das gesamte Gebäude über alle Geschosse hinweg. Alles in dem Gebäude bewegt sich um die Atrien herum. Das trägt wesentlich zur Vernetzung bei und lädt zu zufälligen Begegnungen ein.

Inwiefern hat KÖGEL BAU diesen anspruchsvollen und so wichtigen Bereich genau in ihrem Sinne in die Wirklichkeit gebracht?

Die Treppen im Atrium haben sich nicht, wie sonst üblich von unten nach oben aufgebaut, sondern von oben nach unten. Diesen Prozess mit beeindruckenden Schalungstürmen mitverfolgen zu können, war imposant. Die Treppenläufe samt der großen Sitztreppe im Erdgeschoss nun in ausgeschalter Form zu sehen, ist für mich ein Erlebnis! Durch die enormen Spannweiten der Treppen lässt sich nur erahnen, welche Herausforderung es ist, diese aus Beton entstehen zu lassen. Hier hat das KÖGEL BAU Team um Herrn Neugebauer, Herrn Wacker und Herrn Mehmedagic sein Know-how eindrücklich unter Beweis gestellt.