OWL/Bielefeld. Unter dem Motto „Die Zukunft gehört EUCH“ fand jüngst die  große Meisterfeier der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld in der Stadthalle Bielefeld statt. Rund 400 Meisterinnen und Meister der „Klasse von 2025“ aus 14 Gewerken erhielten ihre Meisterbriefe. Auch geprüfte Betriebswirtinnen und -wirte (HwO) bekamen ihre Abschlusszeugnisse. Insgesamt nahmen knapp 1000 geladene Gäste an der Festveranstaltung teil.

Die drei frischgebackenen Meister Johannes Teckentrup, Gabriel Diesner und Dorothea Plett wurden als Bestprüflinge besonders geehrt. Sie erhielten von Kammerpräsident Peter Eul und Hauptgeschäftsführer Dr. Jens Prager eine hochwertige, personalisierte Glasskulptur aus lupenreinem Kristallglas.

Die beste Meisterprüfung legte Johannes Teckentrup (Mitte) aus Rheda-Wiedenbrück ab. Der 29-jährige Tischlermeister überzeugte mit herausragenden Leistungen und wurde auf der Meisterfeier der Handwerkskammer OWL besonders geehrt. Foto: Thomas F. Starke

Johannes Teckentrup: Vom Abiturienten zum Tischlermeister

Die beste Prüfung insgesamt absolvierte Tischlermeister Johannes Teckentrup aus Rheda-Wiedenbrück. Der Weg zum Meister war für den 29-Jährigen früh vorgezeichnet. „Gemeinsam mit meinem Vater habe ich schon als Junge im Werkkeller gebastelt und viele kleine Projekte rund ums Haus umgesetzt. Besonders fasziniert hat mich dabei immer, individuelle Lösungen für konkrete Anforderungen zu entwickeln“, berichtet der frischgebackene Meister.

Nach dem Abitur am Einstein-Gymnasium in Rheda-Wiedenbrück absolvierte Teckentrup zunächst einen Bundesfreiwilligendienst in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung. Im Jahr 2016 begann er seine Ausbildung zum Tischler bei der Tischlerei Steinkämper GmbH in Rietberg, die er 2019 erfolgreich abschloss. Anschließend sammelte er dort weitere Berufserfahrungen als Geselle.

Ausbildung plus Studium – und mehrfach ausgezeichnet

Seinen beruflichen Weg ergänzte Teckentrup durch ein Studium an der Akademie für Gestaltung der Handwerkskammer Münster. Dort qualifizierte er sich zunächst zum „Gestalter im Handwerk“ und anschließend zum „Designer (HWK)“. Parallel dazu absolvierte er den Ausbilderschein sowie den betriebswirtschaftlichen Teil der Meisterausbildung. Im September 2024 begann er schließlich den Vorbereitungskurs für die fachpraktischen und fachtheoretischen Teile der Meisterprüfung in Paderborn, die er mit Bestleistung abschloss.

Heute ist Johannes Teckentrup als Tischlermeister in seinem Ausbildungsbetrieb tätig. „Ich wachse jeden Tag mehr in meine neue Rolle hinein und lerne ständig dazu“, beschreibt er seinen aktuellen Berufsalltag. Teckentrup legt großen Wert auf eine qualitativ hochwertige und gestalterisch anspruchsvolle Umsetzung. Neben der klassischen Werkstattarbeit bringt er auch Kompetenzen aus den Bereichen Grafik, Layout, Fotografie und Innenraumgestaltung in seine Arbeit ein. Bereits während seiner Ausbildung und seines Studiums wurde Teckentrup mehrfach ausgezeichnet, unter anderem als Landessieger im Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks sowie als Preisträger der Akademie für Gestaltung.

Mit seinem außergewöhnlichen Engagement und seiner konsequenten Weiterbildung steht Johannes Teckentrup beispielhaft für die hohe Qualität und Zukunftsfähigkeit des Handwerks in der Region.

Gabriel Driesner – auf dem Weg in die Selbstständigkeit

Die zweitbeste Meisterprüfung insgesamt legte Gabriel Driesner aus Bielefeld ab. Der 24-jährige Installateur- und Heizungsbauermeister verfolgt das Ziel, sich selbstständig zu machen. Foto: Thomas F. Starke
Die zweitbeste Meisterprüfung insgesamt legte Gabriel Driesner aus Bielefeld ab. Der 24-jährige Installateur- und Heizungsbauermeister verfolgt das Ziel, sich selbstständig zu machen. Foto: Thomas F. Starke

Die zweitbeste Meisterprüfung insgesamt legte der 24-jährige Gabriel Driesner aus Bielefeld ab. Nach seinem Abitur im Jahr 2020 entschied sich der frischgebackene Installateur- und Heizungsbauermeister bewusst für eine Laufbahn im Handwerk. „Technische Zusammenhänge interessieren mich einfach, zudem sehe ich im Handwerk eine praxisnahe und zukunftssichere berufliche Perspektive“, begründet Gabriel Driesner seine Entscheidung.

„Im Handwerk sehe ich eine praxisnahe und zukunftssichere berufliche Perspektive“ Gabriel Driesner, frischgebackener Installateur- und Heizungsbauermeister

Direkt im Anschluss an das Abitur begann er seine Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik bei der Ihde Gebäudetechnik GmbH in Bielefeld. Aufgrund sehr guter Leistungen konnte er sie um ein Jahr verkürzen und schloss zudem als Jahrgangsbester ab. Im Anschluss sammelte Driesner praktische Berufserfahrung und absolvierte parallel dazu den Ausbilderschein sowie den betriebswirtschaftlichen Teil der Meisterausbildung. Für die intensive Vorbereitung auf die fachpraktischen und fachtheoretischen Teile der Meisterprüfung in Brakel unterbrach er seine berufliche Tätigkeit, um sich vollständig auf die Weiterbildung konzentrieren zu können.

„Während dieser Zeit hat mich insbesondere die Vielseitigkeit meines Handwerks sowie die enge Verbindung von praktischem Arbeiten und technischem Verständnis motiviert“, erklärt der erfolgreiche Installateur- und Heizungsbauermeister. Aktuell hat Gabriel Driesner eine Meisterstelle inne und verfolgt das Ziel, sich in naher Zukunft selbstständig zu machen.

Dorothea Plett folgt dem Wunsch nach beruflicher Weiterentwicklung

Konditormeisterin Dorothea Plett legte im Prüfungsjahrgang 2025 das drittbeste Ergebnis aller Meisterinnen und Meister in Ostwestfalen-Lippe ab. Dr. Jens Prager (links), Hauptgeschäftsführer der HWK OWL, und Kammerpräsident Peter Eul gratulieren. Foto: Thomas F. Starke
Konditormeisterin Dorothea Plett legte im Prüfungsjahrgang 2025 das drittbeste Ergebnis aller Meisterinnen und Meister in Ostwestfalen-Lippe ab. Dr. Jens Prager (links), Hauptgeschäftsführer der HWK OWL, und Kammerpräsident Peter Eul gratulieren. Foto: Thomas F. Starke

Dorothea Pletts Weg in den Beruf begann früh und ist geprägt von Leidenschaft und Zielstrebigkeit. „Schon als Kind habe ich meine Begeisterung für das Backen entdeckt“, erklärt die 23-jährige Konditormeisterin. Gemeinsam mit ihrer Mutter stand sie regelmäßig in der Küche. Während ihrer Schulzeit festigte sich der Wunsch, Konditorin zu werden – auch weil sie einen praktischen Beruf einem Bürojob vorzog. Erste berufliche Einblicke gewann sie in der 9. Klasse während eines Praktikums im Café Wölke in Bielefeld-Sennestadt. Nach ihrem Schulabschluss im Jahr 2018 begann sie dort ihre Ausbildung zur Konditorin und blieb im Anschluss drei Jahre als Gesellin, um ihre handwerklichen Fähigkeiten zu vertiefen.

„Schon als Kind habe ich meine Begeisterung für das Backen entdeckt“ Dorothea Plett, Konditormeisterin

Mit dem Wunsch nach beruflicher Weiterentwicklung entschied sich Dorothea Plett schließlich für die Meisterausbildung. Im August 2024 startete sie mit dem betriebswirtschaftlichen Teil der Meisterausbildung und dem Ausbilderschein, es folgten die fachpraktischen und -theoretischen Ausbildungsteile. Die prüfungsvorbereitenden Kurse besuchte sie bei der Handwerkskammer in Bielefeld. In der Prüfungsphase war sie schwanger, auch diese Herausforderung meisterte Dorothea Plett mit Bravour.

Nach der erfolgreichen Meisterprüfung entschied sie sich bewusst dafür, sich zunächst auf ihre Familie zu konzentrieren. Aktuell nutzt Dorothea Plett ihre Zeit, um sich weiterzubilden, neue Techniken auszuprobieren und ihre Kenntnisse zu vertiefen. Die Arbeit mit Auszubildenden hat in ihr den Wunsch geweckt, ihr Wissen künftig weiterzugeben und möglicherweise selbst zu unterrichten.