Minden. Zur vorausschauenden Verhinderung von Engpässen bei der Wasserversorgung setzt sich die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) für Maßnahmen ein, die über Appelle und Notlieferungen aus der Nachbarschaft hinausgehen. Die drastische Verringerung der noch verfügbaren Trinkwassermenge während der letzten Hitzeperiode Ende Juni war eine Warnung.

Eine Unterbrechung der Wasserversorgung hätte in der Wirtschaft zu Produktionsrückgängen und Produktionsausfällen mit unweigerlichen Folgen für die Gewerbesteuereinnahmen der Städte und Gemeinden geführt. „Die Sicherung der Trinkwasserversorgung im Kreis Minden-Lübbecke muss deshalb Priorität haben“, betont deshalb auch IHK-Zweigstellenleiter und -Geschäftsführer Karl-Ernst Hunting.

Teilregionen des Kreisgebietes seien im Juni an einer Eskalation aus der sich verschärfenden Trinkwasserkrise nur knapp vorbeigeschrammt. Vor allem durch das engagierte Handeln der Verantwortlichen unter Einsatz kurzfristiger außergewöhnlicher Maßnahmen wie ausnahmsweise zugelieferte Mehrwassermengen und Notübergaben von benachbarten Wasserverbänden und Wasserwerken konnte eine Wasserabschaltung vermieden werden. Dafür bedankt sich die IHK ausdrücklich. „Eine verlässliche Versorgung mit gutem Trinkwasser ist für die Bevölkerung insgesamt und auch für die Unternehmen von zentraler Bedeutung.

Für Unternehmer Christoph Barre (Bildmitte), Chef der in Lübbecke ansässigen Traditionsbrauerei, ist die Versorgung mit Trinkwasser - wie für viele weitere Unternehmen -, elementar wichtig. Auf dem Bild rechts zu sehen ist Karl-Ernst Hunting von der IHK. Foto: IHK/Manuel Kauf
Für Unternehmer Christoph Barre (Bildmitte), Chef der in Lübbecke ansässigen Traditionsbrauerei, ist die Versorgung mit Trinkwasser – wie für viele weitere Unternehmen -, elementar wichtig. Auf dem Bild rechts zu sehen ist Karl-Ernst Hunting von der IHK. Foto: IHK/Manuel Kauf

Eine IHK-Umfrage aus 2024 in der Stadt Minden belegt, dass bei Unterbrechungen und bei qualitativen und quantitativen Trinkwasserbeeinträchtigungen die Unternehmen selbst nur wenige Handlungsmöglichkeiten ergreifen können“, erläutert Hunting. Erhöhte Wasserfördermengen aus öffentlichen Brunnen könnten auch Auswirkungen auf Betriebsbrunnen von Unternehmen haben, die auf bestimmte Wassermengen und -qualitäten angewiesen seien.

„Das Auftreten derart kritischer Versorgungslagen war seit Jahren absehbar und wird sich vermutlich zukünftig wiederholen“, mahnt Hunting. „Engpässe bei der Wasserversorgung sind in der Vergangenheit bereits aufgetreten. Die nächste Hitzewelle verbunden mit Wasserknappheit kommt möglichweise bereits in den kommenden Wochen.“ Eventuelle technische Probleme bei der auf Hochtouren laufenden Trinkwasserförderung und -lieferung würden die Situation verschärfen.

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Der Bau neuer Fernwasserleitungen, Hochbehälter und Brunnen und die Erhöhung der erlaubten Grundwasserfördermengen für die Wasserbeschaffungsverbände und Stadtwerke zählen zu möglichen mittelfristigen Maßnahmen zur Sicherung der Wasserversorgung, würden aber letztendlich nicht ausreichen. Notwendig sei beispielsweise auch neben der konsequenten Vermeidung extremer Verbrauchsspitzen bei Hitzeperioden die konsequente Grundwasseranreicherung durch sauberes Niederschlagswasser einschließlich Verhinderung von Ableitungen in die Vorfluter.

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