Lemgo. La famiglia und tutto é perfetto! Oder auf gut deutsch: Familie ist das, was das Ristorante Vesuvio ausmacht. So beschreiben die Geschwister Tiziana und Giuseppe Cannetti das Erfolgsrezept, das bereits in dritter Generation und seit inzwischen 50 Jahren mit Herz und Leidenschaft gelebt wird.

Eine Pizzeria mit einem Steinofen, der traditionell mit Buchenholz befeuert wird, den findet man in Lemgo aktuell lediglich in der Papenstraße 32. Doch nicht nur mit diesem Alleinstellungsmerkmal hat sich das Vesuvio einen Namen gemacht, sondern mit der perfekten Kombination aus stilvollem Ambiente, hervorragender italienischer Küche sowie einem aufmerksamen Service.

Familienbetrieb im besten Sinne

Verantwortlich dafür sind Tiziana und Giuseppe Cannetti, die das Geschäft von ihren Eltern Amedeo und Anna-Maria Cannetti übernommen haben. Amedeo steht mit seinen 71 Jahren noch heute regelmäßig an „seinem“ Pizza-Ofen, Ehefrau Anna-Maria hilft nach wie vor in der Küche und bekocht in erster Linie ihre Liebsten. „Mama ist der Rückhalt in unserer Familie, sie glättet die Wogen, wenn es turbulent wird, und jeder ruft sie an, wenn es ein Problem gibt“, verrät Tiziana Cannetti und muss lachen.

Die sympathische Art sowie die Herzlichkeit der Inhaberin und ihres Bruders Giuseppe als Mitinhaber sind wohl einer der Gründe, warum sich die Gäste im Vesuvio so gut aufgehoben fühlen. „Wir möchten, dass unsere Gäste bei einem leckeren Essen für einen Moment ihre Sorgen vergessen und ihrem Alltag entfliehen können“, nennt Giuseppe Cannetti das Ziel. Der gelernte Restaurantfachmann kümmert sich in erster Linie um den Einkauf und die Finanzen, während Schwester Tiziana für Personal, Service und die liebevolle Dekoration verantwortlich zeichnet.

Auf das gesamte Team ist stets Verlass

Jeder mache das, was er am besten könne, und im Notfall sei nicht nur auf das 22-köpfige Team, sondern auch immer auf die Unterstützung der kompletten Familie Verlass. Denn die 120 Plätze im Restaurant sowie die 30 weiteren auf der Terrasse müssen oft in Schichten getaktet werden, um allen Reservierungswünschen gerecht zu werden. „Viele Kunden nehmen gerne Wartezeiten in Kauf, um bei uns einen freien Tisch zu bekommen. Das ist für uns das schönste Kompliment“, so die Cannettis.

1988 zog das Restaurant in sein heutiges, über 600 Jahre altes und denkmalgeschütztes Domizil in die Papenstraße um.      Foto: Sandra Castrup
1988 zog das Restaurant in sein heutiges, über 600 Jahre altes und denkmalgeschütztes Domizil in die Papenstraße um.  Foto: Sandra Castrup

Prominente Gäste im Vesuvio

Die hohe Qualität der italienischen Gerichte sowie die familiäre Gastfreundschaft haben sich längst weit über Lippes Grenzen hinaus herumgesprochen, wie die Autokennzeichen vor dem Vesuvio beweisen. Auch Prominente wie Udo Jürgens, Gerhard Schröder, namhafte Comedians oder bekannte Sportstars waren und sind Gäste in dem Lemgoer „Ristorante italiano“.

„Wir gehen selbst sehr gerne essen und holen uns in Großstädten immer neue Inspirationen – am liebsten in Hamburg“, geben Tiziana und Giuseppe schmunzelnd zu, leicht perfektionistisch veranlagt zu sein, um den eigenen hohen Ansprüchen gerecht zu werden und das Angebot im Vesuvio immer wieder zu verbessern. Mit Blick auf das 50-jährige Jubiläum schicken die Inhaber ein großes Dankeschön an das Team, die Gäste, alle Partner und natürlich an „la famiglia“.

Die Erfolgsgeschichte beginnt 1975

Man könnte sich die Geschichte gar nicht besser ausdenken, wollte man über die Entstehung des Ristorante Vesuvio ein Buch schreiben. Die Hauptdarsteller heißen Emilia und Tommaso Munno. Sie stammen aus Neapel, einer lebhaften, traditionell geprägten und temperamentvollen Stadt und Heimat der farbenprächtigen „Vera Pizza Napoletana“. Genau wie der Vesuv stehen die originale Steinofenpizza und „il caffé“ für Neapel.

Ein Bild, wie es viele Gäste noch von früher kennen: Tommaso Munno bei der Pizzazubereitung.    Archivfoto: Familie Cannetti
Ein Bild, wie es viele Gäste noch von früher kennen: Tommaso Munno bei der Pizzazubereitung. Archivfoto: Familie Cannetti

„Hier gibt es ja keine anständige Pizzeria“ Tommaso Munno

Tommaso ist gelernter Bäcker, die Familie hat in Italien einen eigenen Betrieb. Als Freunde erzählen, dass man in Deutschland viel Geld verdienen kann, macht er sich mit Frau und Kindern auf den Weg und landet in Bad Salzuflen, wo er Arbeit in einer Fabrik findet. Eines Tages spaziert die Familie durch Lemgo und Tommaso fällt auf: „Hier gibt es ja keine anständige Pizzeria.“

Aus der Entrüstung wächst eine Idee, in der Breiten Straße steht ein Geschäft leer, und so kommt es, dass Tommaso und Emilia Munno im Jahr 1975 dort das Vesuvio eröffnen. Handwerker aus Italien werden geordert, um einen Steinofen nach Tommasos Wünschen zu bauen, in dem er statt Brot und Brötchen nun Pizza backen wird.

Seine Frau macht ebenfalls ihre Leidenschaft fürs Kochen zum Beruf, und so soll sich eine wahre Erfolgsgeschichte entwickeln. Das Vesuvio geht förmlich durch die Decke. Zeitzeugen berichten von langen Warteschlangen, besonders an den Wochenenden.

Amedeo Cannetti ist quasi in das Vesuvio hineingewachsen. Schon in jungen Jahren war die Küche sein Lieblingsplatz.     Archivfoto: Familie Cannetti
Amedeo Cannetti ist quasi in das Vesuvio hineingewachsen. Schon in jungen Jahren war die Küche sein Lieblingsplatz. Archivfoto: Familie Cannetti

Sohn Salvatore – der leider früh verstirbt – arbeitet ebenso mit wie Tochter Anna-Maria. Sie beendet parallel ihre Ausbildung zur Arzthelferin, lernt 1980 ihren Mann Amedeo Cannetti kennen, der in Bad Salzuflen eine Eisdiele betreibt, und beide steigen voll mit ins Restaurantgeschäft ein.

Im Jahr 1980 wird zudem ein zweites Vesuvio in Detmold eröffnet und 1988 unter Amedeo Cannettis Regie das Vesuvio in seinem heutigen Domizil in der Papenstraße.

Fest verwurzelt mit dem Vesuvio

Schon früh sind auch die beiden Kinder Tiziana und Giuseppe mit von der Partie. Immer, wenn Not am Mann ist, stehen die beiden ihren Eltern und dem Team tatkräftig zur Seite. Auch wenn der berufliche Werdegang der Geschwister ursprünglich nicht in Richtung Gastronomie abzielt, sind die beiden heute stolz auf das Erreichte und nun noch fester mit dem Vesuvio verwurzelt.