Region Hannover/Bad Oeynhausen. 40.000 Quadratmeter Deckenfläche, mehr als 3.500 Tonnen Bewehrung: Der Neubau des Klinikums Gehrden in der Region Hannover zu den größten Bauprojekten in der Firmengeschichte. Maßstäbe setzt das Projekt auch im Hinblick auf die Zusammenarbeit zwischen den Bereichen Hoch- und Tiefbau.

Vor allem in der Kalkulationsphase teilten die Teams Ideen und entwickelten gemeinsam Lösungen, um dieses außergewöhnliche Projekt zu gewinnen. Hilfreich bei der Angebotskalkulation war, dass der KÖGEL Tiefbau bereits mit einem Vorauftrag vor Ort war, verrät Projektleiterin Katharina Ronicke. Im Interview gibt sie Einblicke hinter die Kulissen.

Im November 2025 erfolgte der Baustart für die Hochbauarbeiten in Gehrden, die Fertigstellung ist für das Frühjahr 2027 vorgesehen. Ganz unbekannt ist dem Team die Baustelle jedoch nicht.

Katharina Ronicke: Wir haben einen Wissensvorsprung, denn seit fast einem Jahr führt der KÖGEL Tiefbau in Gehrden vorbereitende Infrastrukturarbeiten für die Hauptmaßnahme aus. Für unseren Folgeauftrag bedeutet das: Wir wissen ganz genau, wo auf dem Baufeld was passiert ist, kennen die technischen und örtlichen Rahmenbedingungen. KÖGEL BAU hatte auch beim Auftraggeber, dem KRH Klinikum Region Hannover, einen sehr positiven Eindruck hinterlassen.

Welche Leistungen übernimmt die Unternehmensgruppe KÖGEL beim Rohbau des Klinikums?

Das Klinikum ist ein viergeschossiges Gebäude mit einer Teilunterkellerung. Hier über nehmen wir die kompletten Rohbauarbeiten. Dazu zählt der Spezialtiefbau, um dem großen Gebäude auf der begrenzten Fläche die benötigte Standfestigkeit zu geben. Hierfür setzen wir 665 Bohrpfähle, in Teilabschnitten Trägerbohlverbau und eine überschnittene Bohrpfahlwand. Zusätzlich führen wir Abbruch-, Erd- und Grundleitungsarbeiten aus. Um das Mauerwerk, den Stahlbeton sowie die erdberührten Abdichtungs- und Dämmarbeiten kümmern wir uns ebenso wie um den Stahlbau zum Anschluss an das Bestandsgebäude. Weiterhin gewährleisten wir die Wasserundurchlässigkeit.

Was begeistert Sie als Projektleiterin an diesem Bauvorhaben besonders?

Ganz klar die Vielzahl an Gewerken, die zum Teil parallel laufen – zum Beispiel Abbrucharbeiten, Erdarbeiten und Spezialtiefbau. Zudem gibt es beim Abbruch zeitliche Abhängigkeiten zum Betonbau, die ebenfalls aufeinander abgestimmt werden müssen. Das strukturierte Koordinieren dieser Schnittstellen ist eine spannende Herausforderung. Darüber hinaus schätze ich die gute Zusammenarbeit mit dem Klinikum und unserem großen, motivierten Projektteam.

Ursprünglich war die Bauausführung von Süd nach Nord geplant. Letztendlich wurde aber von Norden her gestartet. Warum?

Im Norden ist das Baufeld breiter, was die Baugrubenerstellung schneller und mit weniger Vorleistung ermöglichte. Außerdem konnten mehrere Gewerke parallel starten. Unterm Strich haben wir durch diese Umstellung ein Vierteljahr Bauzeit gewonnen.

Ein Großprojekt wie dieses braucht ein großes Team. Was zeichnet die Zusammenarbeit aus?

Unser Team ist breit aufgestellt und gleichzeitig spezialisiert – das ist wirklich spannend. Wir haben bei KÖGEL Experten aus dem Hoch- und Tiefbau mit an Bord. Ale eint das gleiche Qualitäts- und Terminbewusstsein und alle verfolgen stets das Ziel, die beste Lösung zu finden. Das nimmt mir in der Projektleitung für den Rohbau viel Verantwortung ab und gibt mir ein gutes Gefühl.

Aber auch innerhalb des Hochbauteams bringt jeder sein Spezialwissen mit ein, das sich perfekt ergänzt.

Genau. Ich bringe meine Stärken bei Dokumentation und Wirtschaftlichkeitsabwicklung ein, wohingegen mein Co-Projektleiter Stephan Hamel noch tiefer in der technischen Sichtweise steckt. Unsere beiden Bauleiter Ali Osman Cinar und Max Pritzkau sind nach Gewerken aufgeteilt und bekommen jeweils ihr eigenes Aufgabengebiet, für das sie von Anfang bis Ende verantwortlich sind. Polier Stefan Just ist sehr stark in Arbeitsvorbereitung und Verfahrensumgängen. Er behält auch das große Ganze im Blick. Marcel Richter, der sehr viel Erfahrung im Abbruch hat, betreut diesen Bereich und ist dafür der perfekte Ansprechpartner. Gemeinsam mit Maik Rosemeier kümmert er sich um Aufmaße und ist mit der Vermessung die Schnittstelle von der Baustelle ins Büro.

Besonders freut es mich, zu sehen, dass inzwischen auch viele jüngere Kollegen ein Projekt, als ihr „Baby“ ansehen, Aufgaben eigenverantwortlich betreuen und bestmöglich abwickeln. Das gibt mir als Projektleiterin ein sehr gutes Gefühl, weil ich weiß, dass wir die Verantwortung gemeinsam tragen