Das KÖGEL Team hat das anspruchsvolle Bauwerk Stück für Stück bis auf 9 Meter abgesenkt. Danach brachte ein Taucher die Sohle aus Unterwasserbeton ein. Foto: KÖGEL Bau
Das KÖGEL Team hat das anspruchsvolle Bauwerk Stück für Stück bis auf 9 Meter abgesenkt. Danach brachte ein Taucher die Sohle aus Unterwasserbeton ein. Foto: KÖGEL Bau

Wunstorf . Weil ein Pumpwerk an seine Leistungsgrenzen gekommen war, beauftragte die niedersächsische Stadt Wunstorf den KÖGEL Ingenieurbau mit dem Neubau. Um das Abwasserspeichervolumen zu verbessern, errichtete das Team um Johannes Frohwitter außerdem einen Stauraumkanal. Das Bauvorhaben hat es in sich – besonders unterhalb der Geländekante, wie der KÖGEL Projektleiter berichtet.

Herr Frohwitter, was genau baut ihr Team in Wunstorf?

Wir erstellen in Wunstorf ein neues Schmutzwasser-Pumpwerk. Dazu gehört auch ein Stauraumkanal aus glasfaserverstärktem Kunststoff, kurz GFK.

Dabei wurden Sie und ihr Team zunächst mit großen Herausforderungen konfrontiert.

Ja, denn das gesamte Pumpwerk war ursprünglich in einem Spundwandverbaukasten mit einer abdichtenden Lehmsohle geplant. Dieser ließ sich nicht realisieren, weil der Nachweis für den hydraulischen Grundbruch nicht gegeben war. Heißt: Die Baugrubensohle wäre vom Grundwasser eingedrückt worden.

Hatten Sie eine passende Lösung parat?

Genau. Wir haben der Stadt Wunstorf vorgeschlagen, das Verfahren auf einen Absenkkasten mit Unterwasserbeton zu ändern. Der ist zwar auch komplex im Einbau, funktioniert aber. Das geänderte Verfahren musste statisch neu bemessen werden, da die technischen Anforderungen entsprechend hoch sind. Wir haben im Sommer den Absenkkasten betoniert – das sind neun Meter hohe Wände im Quadrat – und mit der Absenkung begonnen. Das bedeutet: Durch das Ausbaggern von innen sackt der Kasten nach und nach ab, bis er irgendwann an seinem Platz unterhalb der Geländeoberkante angekommen ist.

Wie ging es danach weiter?

Indem viele Arbeiten parallel laufen und alle Gewerke Hand in Hand arbeiten, konnten wir das Bauvorhaben besonders strukturiert und effizient durchführen. So starteten wir nach dem Absenken mit dem Kanalbau für den zusätzlichen Stauraumkanal. Parallel dazu führten wir den weiteren Rohbau des Pumpwerks aus. Hierbei setzten wir auch Taucher ein, die den wichtigen Unterwasserbeton für die Sohle einbringen. Gleichzeitig mit dem Rohbau schlossen wir den Kanalbau ab. Anschließend wurde das ganze Pumpwerk angeschlossen, sodass die Innenausbaugewerke starten konnten.

Unterwasserbeton – das klingt spannend. Wieso war dieser Spezialbaustoff bei diesem Bauvorhaben erforderlich?

Der Absenkkasten steht im Grundwasser – das verträgt sich nicht mit normalem Beton. Unterwasserbeton kann unter Wasser eingebracht werden, ohne dass sich die Bestandteile entmischen oder die Festigkeit leidet. Eine Betonplombe dichtet die Sohle und das gesamte Bauwerk zusätzlich dauerhaft ab.

Also alles in allem ein Bauprojekt, das für Sie und ihr Team außergewöhnlich ist?

Ja, das stimmt. Mein persönliches Highlight sind definitiv die tiefen Baugruben und das Absenkverfahren – eine Vorgehensweise, die für mich eine Premiere war. Beeindruckend, wenn der Absenkkasten in einer Woche wie von Zauberhand nach unten geht. Solche Projekte sind auch bei KÖGEL Bau etwas Besonderes.