Münster/Bad Oeynhausen . In der Universitätsstadt Münster lehren und forschen demnächst katholische, evangelische und islamische Theologen auf einem gemeinsamen Campus. Ebenso finden die Fachbereiche Sozialwesen und Gesundheit der Fachhochschule Münder hier ein neues Zuhause. Der KÖGEL-Hochbau ist von Beginn an Teil dieses für Europa einzigartigen Projekts.

Mit dem Hüffer-Campus entsteht außer dem die voraussichtlich größte theologische Bibliothek Europas mit mehr als einer halben Million Bücher und einer großen Zahl theologischer Zeitschriften. KÖGEL BAU realisierte für den Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB NRW) die Rohbauarbeiten, nun befindet sich das gesellschaftlich relevante Großprojekt auf der Zielgeraden. Projektleiter Marco Neugebauer zieht im Interview Bilanz.

Seit dem Richtfest Ende 2023 hat sich auf der Münsteraner Großbaustelle einiges getan. Die Rohbauarbeiten für die Bauteile C, D und E haben Sie abgeschlossen, die Fassadenarbeiten sind ebenfalls fertiggestellt. Was hat das Team in den letzten Wochen besonders beschäftigt?

Ein Schwerpunkt lag in den letzten Monaten auf der Klinkerfassade, die inzwischen für die Bauteile C, D und E abgeschlossen ist. Am Schluss waren nur noch kleinere Restarbeiten nötig.

Was waren die besonderen Herausforderungen?

Die Größenordnung dieses Bauvorhabens mit drei unterkellerten Hochschulgebäuden und einer Bruttogeschossfläche von knapp 49.000 Quadratmetern inklusive Tiefgarage war auch für uns nicht alltäglich. Die vielen To-dos, die gerade in der Hochphase zeitgleich ablaufen mussten, und die Koordination von bis zu 100 Facharbeitern unterschiedlicher Gewerke hat uns schon in besonderer Weise gefordert.

Die Luftaufnahme veranschaulicht die Dimensionen des neu entstandenen Campus-Geländes und die beengte Situation, mit den das KÖGEL-Team umzugehen wusste. Foto: KÖGEL Unternehmensgruppe/Oliver Krato
Die Luftaufnahme veranschaulicht die Dimensionen des neu entstandenen Campus-Geländes und die beengte Situation, mit den das KÖGEL-Team umzugehen wusste. Foto: KÖGEL Unternehmensgruppe/Oliver Krato

Können Sie die Herangehensweise beschreiben?

Ein Schlüssel zum Erfolg war die gute Kommunikation – im Team, aber auch mit dem Bauherrn und dem Planungsbüro AGN. Die enge Abstimmung hat vieles einfacher gemacht. Gleichzeitig haben wir im Verlauf dieses Großprojektes viel dazugelernt und laufend optimiert. Besonders bei der rund 14.000 Quadratmetern großen Klinkerfassade hat uns der Einsatz von Lean Management Methoden geholfen, den Überblick zu behalten.

Also keine Baustelle wie jede anderen?

Das Besondere am Hüffer-Campus ist das Gesamtpaket. Erst vor Ort wird einem die Größe bewusst. Für mich war es das bislang umfangreichste Projekt. Wenn man sich an die Baugrube zurückerinnert und jetzt den fertigen Campus sieht, ist das einfach beeindruckend, was wir gemeinsam geschaffen haben. Das zaubert einfach jedem aus unserem Projektteam ein Lächeln ins Gesicht.

Infobox: Der Zeitplan des Großprojekts Hüffer-Campus in Münster

  • Die früheren Institutsgebäude hat der BLB NRW bis Anfang 2021 zurückgebaut.
  • Im Sommer 2021 begannen die Vorarbeiten für den Bau der Tiefgarage.
  • Am 1. Juli 2021 fand der symbolische erste Spatenstich für das Großprojekt Neubau Hüffer-Campus statt.
  • Im Herbst 2021 begannen die Erdarbeiten für die Tiefgarage, die Platz für 1.200 Fahrräder und 270 Pkw bieten wird.
  • Im November 2022 konnten dann die Hochbauarbeiten für die Rohbauten der drei neuen Gebäude für den Campus beginnen und bereits ein Jahr später fand das Richtfest statt. Die Anwesenheit des NRW-Ministerpräsidenten Henrik Wüst unterstreicht die gesellschaftliche Bedeutung des Großprojekts.
  • Nach Fertigstellung der Rohbauten wurden die Fenster eingebaut und die Fassaden verklinkert. Danach begannen die Arbeiten für den Innenausbau sowie die komplexe technische Gebäudeausstattung.
  • Die Hochschulen werden voraussichtlich 2025 einziehen. (Quelle: BLB NRW)