Bielefeld. Bildung ist der Schlüssel zum Erfolg, das gilt auch im Handwerk. Im Bielefelder Campus Handwerk tauschten sich deshalb Vertreterinnen und Vertreter des ostwestfälisch-lippischen Handwerks im Rahmen der Regionalkonferenz „Überbetriebliche Bildungsstätten“ mit Staatssekretär Matthias Heidmeier (Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW) und Dr. Florian Hartmann, Hauptgeschäftsführer des Westdeutschen Handwerkskammertags, über das Modernisierungspaket II und dessen Bedeutung für die berufliche Bildung in Ostwestfalen-Lippe aus.

„Wenn wir über die handwerklichen Bildungsstätten in OWL sprechen, dann sprechen wir darüber, wie wir junge Menschen für das Handwerk begeistern können. Wir sprechen über die Zukunft des Handwerks in OWL“, betonte Peter Eul, Präsident der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld, zu Beginn der Regionalkonferenz. Das Modernisierungspaket II der Landesregierung biete hierbei große Chancen und trage somit auch zur Stärkung der Gesellschaft bei. Denn ein funktionierendes Handwerk sei auch immer für eine funktionierende Gesellschaft von Bedeutung. Eul dankte Staatssekretär Heidmeier stellvertretend für das Land Nordrhein-Westfalen für die deutliche Ausweitung der Fördermittel.

Landesförderung für Überbetriebliche Bildungsstätten wird verdoppelt

Kern des Modernisierungspakets II ist die Verdopplung der Landesförderung für die Überbetrieblichen Bildungsstätten auf 16 Millionen Euro jährlich über 10 Jahre. Gemeinsam mit den Eigenmitteln von Handwerk und Industrie sowie der Förderung des Bundes ergibt sich für Nordrhein-Westfalen ein jährliches Gesamtvolumen von rund 80 Millionen Euro. Das Handwerk beteiligt sich dabei mit einem Eigenanteil von 20 bis 35 Prozent an Investitionen in die überbetrieblichen Bildungsstätten. Damit leisteten Land, Bund und Wirtschaft gemeinsam einen wichtigen Beitrag zur zukunftssicheren Berufsbildung in Nordrhein-Westfalen. In Ostwestfalen-Lippe treffen die zusätzlichen Mittel auf eine langfristig angelegte Bildungsstrategie des regionalen Handwerks.

„Mit diesen neuen Leuchtturm-Standorten setzen wir ein starkes Signal für die duale Ausbildung im Handwerk in ganz OWL“ Dr. Jens Prager, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld

Dr. Jens Prager, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld, verwies auf die vor sechs Jahren gemeinsam mit den Kreishandwerkerschaften vereinbarte Zukunftsvision „Perspektive handwerkliche Bildung 2030“. An den sechs zentralen Bildungsstandorten Campus Handwerk in Bielefeld, an dem das Bildungszentrum der HWK, das Handwerksbildungszentrum und das Malerbildungszentrum Brackwede gebündelt werden, tbz Paderborn, InnovationSPIN Lemgo, BildungsCampus Handwerk in Brakel und Campus Nord im Wittekindsland solle die überbetriebliche Ausbildung im regionalen Handwerk gesichert und weiterentwickelt werden.

„Die bisherigen Investitionen belegen, dass unsere Vision einer modernen handwerklichen Bildungslandschaft in OWL bereits konkrete Formen angenommen hat. Mit diesen neuen Leuchtturm-Standorten setzen wir ein starkes Signal für die duale Ausbildung im Handwerk in ganz OWL und sichern die Zukunft des Handwerks in der Stadt und im ländlichen Raum“, hob Prager hervor. Der InnovationSPIN in Lemgo, der BildungsCampus Handwerk in Brakel oder der Neubau Campus Handwerk in Bielefeld seien bereits sichtbare Erfolgsbeispiele dieser Strategie. Ziel sei es, die Ausbildungsangebote in der Region leistungsfähig zu bündeln und zugleich für Betriebe und Auszubildende in der Fläche erreichbar zu halten.

Leistungsfähige Bildungsinfrastruktur ist Voraussetzung, um Fachkräfte zu sichern

Die Regionalkonferenz mache deutlich, dass die neuen Fördermöglichkeiten in OWL in ein bereits bestehendes Gesamtkonzept eingebunden werden können. Für das regionale Handwerk sei dies auch wirtschaftspolitisch von Bedeutung. Mit rund 22.800 Betrieben, rund 215.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von rund 28 Milliarden Euro zähle das OWL-Handwerk zu den wichtigen Wirtschaftsfaktoren im nördlichen Nordrhein-Westfalen. Eine leistungsfähige Bildungsinfrastruktur sei daher die zentrale Voraussetzung, um Fachkräfte weiterhin zu sichern und die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe langfristig zu stärken. Die sechs Bildungsstandorte stünden dabei als Leuchttürme für ein Handwerk, das Tradition mit Innovation verbinde und jungen Menschen attraktive Perspektiven eröffne.

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