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Die Vorstände der Verbände der Deutschen Polster- und Wohnmöbelindustrie trafen sich bei 3C in Rheda-Wiedenbrück. Foto: VdDK/VdDW
Herford/Rheda-Wiedenbrück. Die Europäische Ökodesignverordnung (ESPR) und die damit verbundenen Auflagen für die Unternehmen waren Schwerpunktthema der gemeinsamen Sitzung der Vorstände der Verbände der Deutschen Polstermöbel- sowie Wohnmöbelindustrie (VdDP/VdDW) Anfang Mai bei der 3C-Gruppe in Rheda-Wiedenbrück. Vor diesem Hintergrund machten die Verbände deutlich, dass sie sich aktiv in den weiteren Ausgestaltungsprozess der ESPR im Sinne der Unternehmen einbringen werden.
„Wir wollen mit unserer Arbeit auf europäischer und nationaler Ebene dazu beitragen, die Erarbeitung der konkreten Ökodesign-Anforderungen für Möbel praxisnah und mit Augenmaß zu begleiten“, erklärte Verbandsgeschäftsführer Jan Kurth. „Die Unternehmen der Branche haben momentan alle Hände voll damit zu tun, sich in dem extrem herausfordernden Umfeld zu behaupten. Weitere administrative Lasten ohne relevante Marktvorteile werden deshalb sehr kritisch gesehen.“ Olaf Plümer, der sich bei den Möbelverbänden gemeinsam mit Heiner Strack intensiv mit dem Thema auseinandersetzt, führte aus: „Wir haben intern frühzeitig Strukturen geschaffen, um auf Anfragen der Europäischen Kommission repräsentativ und qualifiziert reagieren zu können.“
„Es ist wichtig, dass die Anforderungen praxistauglich bleiben und die Betriebe nicht durch übermäßige Bürokratie ausgebremst werden“ Leo Lübke
In spezialisierten Arbeitsgruppen auf nationaler und europäischer Ebene solle die fachliche Expertise gebündelt eingebracht werden. Ziel sei es, den bürokratischen Aufwand für Unternehmen so gering wie möglich zu halten und deren Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Der Vorsitzende des VdDP, Leo Lübke, fasste zusammen: „Wir unterstützen die ökologischen Zielsetzungen der Verordnung ausdrücklich. Nachhaltige Produktion ist für unsere Branche längst gelebte Praxis. Umso wichtiger ist es, dass die Anforderungen praxistauglich bleiben und die Betriebe nicht durch übermäßige Bürokratie ausgebremst werden. Mit der strukturierten Arbeit der Verbände sind wir hier auf einem guten Weg.“
Neben den Anforderungen seitens der EU macht den Polster- und Wohnmöbelherstellern die wirtschaftliche Lage zu schaffen. Im Jahr 2025 mussten die deutschen Polstermöbelhersteller einen Umsatzrückgang von 6,3 Prozent hinnehmen, die Umsätze der Wohnmöbelhersteller sanken um 5,5 Prozent. Die geopolitischen Unsicherheiten haben den Start ins Geschäftsjahr 2026 weiter überschattet: Bis Ende Februar ging der Umsatz mit Polstermöbeln um 12,4 Prozent zurück, der Wohnmöbelumsatz schrumpfte um 8,6 Prozent.
„Die Folgen des Kriegs im Iran und der Anstieg der Energiekosten führen dazu, dass die Verbraucher größere Anschaffungen zurückstellen“, erläuterte Jan Kurth. Das zeigt sich auch in den wertmäßigen Auftragseingängen, die von Januar bis März 2026 um 11 Prozent (Polster) bzw. 13 Prozent (Wohnen) unter dem Vorjahreszeitraum lagen. Umso wichtiger sei es, so Kurth, zentrale Impulse etwa über eine Belebung des Wohnungsbaus zu setzen.
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