Paderborn. Bei Outdoor-Veranstaltungen stellt die Entsorgung von Zigarettenabfällen eine besondere Herausforderung dar. Denn im Gegensatz zu anderem Abfall lassen sie sich deutlich schwieriger aufsammeln und werden zum Umweltproblem. Das Forschungsprojekt „NachhaltigkeitsKulturOWL“, koordiniert von der Universität Paderborn, untersucht, wie insbesondere der Anteil von Zigarettenabfällen reduziert werden kann.

Im vergangenen Jahr hatte das Forschungsteam erstmals Taschenaschenbecher aus Recycling-PET beim AStA-Sommerfestival ausgegeben und sich im Anschluss an die Veranstaltung mit dem Abfallentsorgungs- und Stadtreinigungsbetrieb Paderborn (ASP) ausgetauscht sowie Müllstichproben untersucht. Das Ergebnis: Vor allem Prävention spielt eine wichtige Rolle. Daher wurden auch beim diesjährigen AStA-Sommerfestival kostenlose Taschenaschenbecher ausgegeben, um zu verhindern, dass Zigarettenstummel auf den Boden geworfen werden.

Präventive Aufklärung trifft auf pragmatische Lösung

Eine weitere präventive Maßnahme sind Banner, die auf dem Gelände über die negativen Umweltauswirkungen von „Kippen schnippen“ informieren. Zur Einordnung: Schon ein einzelner Zigarettenstummel kann bis zu 1000 Liter Wasser verunreinigen, da beim Zerfall des Filters krebserregende oder erbgutschädigende Stoffe freigesetzt werden.

Prof. Dr. Beate Flath, Leiterin des Forschungsprojektes, erklärt: „Besonders Festivals profitieren von niedrigschwelligen Lösungen. Deshalb verfolgen wir einen pragmatischen Ansatz. Mit den kostenlosen Taschenaschenbechern bieten wir den Besuchenden eine unkomplizierte Möglichkeit, Zigarettenabfall direkt dort zu entsorgen, wo er entsteht. Damit wollen wir nicht nur die Sauberkeit erhöhen, sondern auch das Bewusstsein für Umweltschutz und Nachhaltigkeit stärken.“ Im Anschluss an das AStA-Sommerfestival wurden wieder Müllstichproben durch das Projektteam untersucht.

Konkretes Ergebnis in Beverungen: Einrichtung eines Shuttle-Services

Beim „Orange Blossom Special Festival“ in Beverungen führte das Forschungsteam im vergangenen Jahr außerdem eine Mobilitätsbefragung unter den Besuchern durch. Dabei gaben viele an, dass sie mehr öffentliche Verkehrsmittel nutzen würden, wenn diese besser angebunden wären. Als direkte Maßnahme wurde in diesem Jahr ein Shuttle-Service vom Bahnhof Lauenförde-Beverungen zum Festivalgelände eingerichtet, um die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel zu erleichtern. Das Team von „NachhaltigkeitsKulturOWL“ hat auch in diesem Jahr eine Mobilitätsbefragung durchgeführt und untersucht, inwieweit das Angebot genutzt wurde und wie es dazu beigetragen hat, die Gesamtemissionen durch Publikumsmobilität zu reduzieren.

Die Mitarbeitenden des Forschungsprojektes „NachhaltigkeitsKulturOWL“ verteilen Taschenaschenbecher auf dem AStA-Sommerfestival 2025. Foto: Universität Paderborn/Beate Flath

Über das Forschungsprojekt „NachhaltigkeitsKulturOWL“

„NachhaltigkeitsKulturOWL“ ist ein dreijähriges Forschungsprojekt, das im Rahmen des Förderprogrammes „Regio.NRW – Transformation“ (EFRE) mit rund 320.000 Euro aus Mitteln der Europäischen Union und des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert wird. Es wird von der Universität Paderborn koordiniert und von Prof. Flath geleitet. Gemeinsam mit dem Verbundpartner Schlosspark und Lippesee GmbH sowie elf Projektpartnern aus ganz Ostwestfalen-Lippe werden innovative Strategien zu mehr Nachhaltigkeit bei Outdoor-Kulturveranstaltungen erarbeitet und erprobt.

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