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„Die Berufskollegs sind das Rückgrat der dualen Bildung“, sagt Martin Raithel, Abteilungsleiter Aus- und Weiterbildung/Fachkräfte der IHK Lippe.
Kreis Lippe. Die berufliche Bildung in Lippe steht vor wichtigen Weichenstellungen. In einer gemeinsamen digitalen Informationsveranstaltung der Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold (IHK Lippe) und des Kreises Lippe informierten sich zahlreiche Ausbilderinnen und Ausbilder aus IHK-Mitgliedsunternehmen über den aktuellen Stand der Schulentwicklungsplanung und die Ergebnisse des conceptK-Gutachtens.
Martin Raithel, Abteilungsleiter Aus- und Weiterbildung / Fachkräfte der IHK Lippe, betonte in seiner Einführung: „Wenn wir über die Zukunft der Berufskollegs sprechen, dann reden wir nicht über Gebäude, sondern über die Zukunft der Ausbildung. Die Berufskollegs sind das Rückgrat der dualen Bildung – ohne sie verlieren wir regionale Ausbildungsbereitschaft und damit Fachkräftepotenzial.“
Gemeinsames Interesse: Zukunft der Ausbildung sichern
Die Veranstaltung machte deutlich, dass die Schulentwicklungsplanung weit über Fragen der Gebäudestruktur hinausgeht. Sie berührt die Zukunftsfähigkeit der dualen Ausbildung, die Fachkräftesicherung und die Attraktivität des Ausbildungsstandorts Lippe insgesamt.
Kreis Lippe erläutert Vorgehen, Zahlen und Szenarien
Für den Kreis Lippe stellten Dr. Olaf Peterschröder (Verwaltungsvorstand), Dirk Menzel (Leiter Fachbereich Bildung) und Karen Zereike (Leiterin Eigenbetrieb Schulen) die zentralen Inhalte und Schlussfolgerungen aus dem Gutachten von conceptK vor.
Sie machten deutlich, dass sich die Schulentwicklungsplanung auf ein umfangreiches Daten- und Szenarienmodell stützt, das unter anderem die Entwicklung der Schülerzahlen, die räumliche Auslastung, die Fachrichtungsverteilung und demografische Projektionen bis 2040 berücksichtigt.
Dr. Olaf Peterschröder betonte, dass der Kreis vor einem Balanceakt stehe: „Wir wollen die Qualität der Bildung sichern, moderne Lernorte schaffen und gleichzeitig wirtschaftlich tragfähige Strukturen gestalten. Unser Ziel ist es, Bildung wohnortnah und zukunftsfähig zu organisieren – nicht kurzfristig, sondern mit Blick auf die kommenden 15 bis 20 Jahre.“ Nach seinen Worten müsse Schulentwicklungsplanung immer zwei Ziele zugleich erfüllen: pädagogische Qualität sichern und strukturelle Effizienz schaffen.
Karen Zereike ergänzte diesen Gedanken mit Blick auf die konzeptionelle Ausrichtung: „Wir betrachten Schulentwicklungsplanung nicht als reine Raumplanung, sondern als pädagogisch-strategische Aufgabe. Es geht darum, an welchen Standorten welche Kompetenzen gebündelt werden können, ohne die Erreichbarkeit für die Jugendlichen zu verlieren.“
Sie verwies darauf, dass sich Lippe als Flächenkreis besonderen Herausforderungen gegenübersieht – etwa in der Mobilität und bei der Sicherung kleiner Fachklassen in technischen Berufen. Hier gelte es, Bildungsgerechtigkeit und regionale Identität gleichermaßen zu wahren.
Dirk Menzel stellte ergänzend heraus, dass der Kreis Lippe großen Wert auf Transparenz und Beteiligung lege: „Das Gutachten liefert Szenarien, keine fertigen Entscheidungen. Wir werden diese offen diskutieren und dabei auch die Rückmeldungen der Wirtschaft und der Berufskollegs einbeziehen.“
Er machte deutlich, dass in der kommenden Phase der Planungsprozess vertieft und mit den Akteuren aus Bildung, Wirtschaft und Verwaltung gemeinsam weiterentwickelt werde.
In der anschließenden Diskussion betonte die IHK Lippe, dass bei den Planungen zahlreiche Aspekte berücksichtigt werden müssten. Wichtig sei es, zum einen die Entwicklung der Schülerzahlen in den Blick zu nehmen. Dafür bilde das Gutachten von conceptK wichtige Grundlagen. Auf der anderen Seite müssten aber auch die betrieblichen Bedarfe und die Dynamik des Ausbildungsmarkts abgebildet werden.
Martin Raithel betonte: „Die Zahlen aus dem conceptK-Gutachten zeigen Vergangenheit und Gegenwart. Entscheidend ist aber auch, wie wir die Zukunft gestalten. Der Ausbildungsmarkt ist in Bewegung – viele Betriebe wollen wieder ausbilden, aber sie brauchen dafür und verlässliche Strukturen.“
Die IHK ist davon überzeugt, dass bei allen weiteren Schritten Fachklassensicherung, Erreichbarkeit der Berufskollegs sowie Digitalisierung und hybride Lernformen gleichrangig mit baulichen und organisatorischen Aspekten betrachtet werden müssen. Darüber hinaus müsse der regionale Fachkräftebedarf – wie er im IHK-Fachkräftemonitor ausgewiesen wird – systematisch in die Schulentwicklungsplanung einfließen.
Offener Dialog als Grundlage gemeinsamer Verantwortung
Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit, Fragen zur künftigen Entwicklung der Schulstandorte, zu Möglichkeiten des Hybrid- und Distanzunterrichts, zu Mobilitätsaspekten und zur Abstimmung zwischen Schule und Betrieb zu stellen. Konsens bestand darin, dass die berufliche Bildung in Lippe nur im Zusammenspiel aller Akteure – Kreis, Wirtschaft, Schulen und Politik – langfristig gesichert werden kann.
Zum Abschluss der Veranstaltung sagte Raithel: „Die berufliche Bildung ist kein Kostenfaktor, sondern eine Zukunftsinvestition. Wenn wir gemeinsam an einem Strang ziehen, kann Lippe Modellregion für moderne berufliche Bildung im ländlichen Raum werden.“
Die IHK Lippe kündigte an, den weiteren Prozess der Schulentwicklungsplanung eng zu begleiten und die Interessen der Wirtschaft zu vertreten.
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