Detmold. Stiftungen – das klingt nach enormen Summen, Großindustriellen und einem Hauch von Glamour. Bill Gates lässt grüßen. Doch es müssen keine Milliarden sein, um auf den Spuren des Microsoft-Gründers zu wandeln. Der Wunsch, mit dem eigenen Vermögen über seinen Tod hinaus Gutes zu tun, lässt sich auch lippisch-solide verwirklichen. Manfred Burmeier hat diesen Schritt gewagt und unter dem Dach der Stiftergemeinschaft der Sparkasse Paderborn-Detmold-Höxter eine individuelle Nachlassregelung getroffen.

„Mir war wichtig, dass die Werte, die ich im Laufe meines Lebens erwirtschaftet habe, nicht einfach verpuffen. Ich wollte etwas hinterlassen, das bleibt – etwas, das anderen Menschen hilft. Die Idee einer Stiftung hat mich dabei sofort angesprochen“, betont der Lagenser. Manfred Burmeier ist alleinstehend und hatte sich schon länger mit der Frage beschäftigt, wem er nach seinem Ableben das Erbe hinterlässt. Aus Gesprächen im Freundes- und Bekanntenkreis weiß er, dass es vielen Menschen in seiner Situation ähnlich geht. Und doch ist der Tod ein Tabuthema, das in letzter Konsequenz häufig vor sich hergeschoben wird – bis es zu spät ist. Aus diesem Grund berichtet Manfred Burmeier von seinem Entschluss, eine eigene Stiftung zu gründen, und möchte auch andere ermutigen, seinem Weg zu folgen.

Inga Drawe ist Generationenberaterin im Private Banking

Den entscheidenden Anstoß in seiner Entscheidungsfindung hat er durch Inga Drawe erhalten. Die Nachfolge-Expertin ist im Private Banking der Sparkasse Paderborn-Detmold-Höxter als Generationenberaterin tätig. Als solche sieht sie sich als Tipp-Geberin für die Kundinnen und Kunden.

Im Gespräch sei schnell klar geworden, dass in diesem Fall eine Stiftung die passende Lösung ist: „Herr Burmeier hatte sich schon früh Gedanken über seinen Nachlass gemacht. Es war ihm wichtig, dass alles klar geregelt ist – nicht nur rechtlich, sondern auch inhaltlich. Wir haben uns intensiv darüber unterhalten, was ihm am Herzen liegt, und gemeinsam herausgearbeitet, wie man diese Werte in einer Stiftung umsetzen kann“, erzählt sie.

81 einzelne Stiftungen unter dem Dach der Stiftergemeinschaft der Sparkasse

Nachdem Manfred Burmeier seine persönlichen Wünsche formuliert hatte, habe man gemeinsam aus seiner Idee eine Stiftung unter dem Dach der Stiftergemeinschaft der Sparkasse gestaltet. „Das ist einfacher, als man denkt. Und bereits ab 25.000 Euro mit uns möglich. Stiftungszwecke können ganz individuell gewählt werden. So ist es auch möglich, Vereine aus der Heimat-Region dauerhaft zu unterstützen. Stiftungszwecke können eine weite Bandbreite haben. Beispielhaft aus den Bereichen Kultur, Natur, Sport, Bildung“, betont Inga Drawe.

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Ende 2024 waren insgesamt 81 einzelne Stiftungen unter dem Dach der Stiftergemeinschaft der Sparkasse Paderborn-Detmold-Höxter versammelt – davon 56 aktive. Hintergrund: Viele Stiftungen starten erst nach dem Ableben der jeweiligen Initiatoren. 300.000 Euro seien dabei zu 90 Prozent in der Region ausgeschüttet worden.

Das gute Gefühl, den Nachlass im eigenen Sinne geregelt zu haben

Manfred Burmeier freut sich, dass auch er dazu eines Tages einen Beitrag leisten wird: „Soziale Themen liegen mir sehr am Herzen: Menschen zu helfen, die benachteiligt sind oder auf Unterstützung angewiesen sind. Ich finde, das ist eine sinnvolle werteorientierte Verwendung für mein Lebenswerk mit Nachhaltigkeitsfaktor.“

Hinzu kommt das gute Gefühl, seinen Nachlass in seinem Sinne geregelt zu haben. „Ich habe jetzt die Gewissheit, dass mein Lebenswerk auch nach meinem Tod für etwas Sinnvolles eingesetzt wird. Ich glaube, viele Menschen denken irgendwann: ,Was bleibt von mir?‘ Für mich ist diese Stiftung die Antwort auf genau diese Frage, die Spuren hinterlässt.“

„Es zeigt, wie viel Gutes durch persönliches Engagement entstehen kann“ Inga Drawe

Worte, bei denen Inga Drawe das Herz aufgehen dürfte: „Es ist etwas Besonderes, Menschen zu helfen, durch eine eigene Stiftung deren Wunscherben zu schaffen. Wir, das Team der Generationen-Manager, empfinden das in unseren vielen Gesprächen als großes Vertrauen, das uns entgegengebracht wird. Für uns ist es beeindruckend, wie klar und verantwortungsvoll viele unserer Kunden mit der Fortführung ihrer Lebensleistung umgehen. Es zeigt, wie viel Gutes durch persönliches Engagement entstehen kann,“ freut sie sich.

Dabei ist Inga Drawe selbst Teil eines besonderen Engagements. Denn mit dem Generationen-Management hat die Sparkasse Paderborn-Detmold-Höxter ein Angebot geschaffen, das weit über das normale Betätigungsfeld eines Kreditinstituts hinausgeht und nach eigenen Angaben in Lippe seinesgleichen sucht. Verbucht wird dies auch unter dem besonderen gesellschaftlichen Auftrag, den die Sparkassen als öffentlich-rechtliche Einrichtungen haben.

Durch ganzheitlichen Ansatz zusammen Ideen entwickeln

Vermögensnachfolge und Schenkungsplanung, Unternehmensnachfolge, Vorsorgeplanung, Stiftungsmanagement, Testamentsvollstreckung und Nachlassabwicklung gehören zu den vielfältigen Bereichen, die Inga Drawe und ihre Kolleginnen betreuen. „Durch unseren ganzheitlichen Ansatz können wir über die viele Möglichkeiten sprechen und entwickeln zusammen mit den Interessierten Ideen. Nicht jeder braucht eine Stiftung für den eigenen Nachlass, nicht jeder braucht einen Testamentsvollstrecker. Aber wir können immer Wege aufzeigen.“ Nicht selten jedoch ist sie am Ende eines Lebens die Person, die sich treuhänderisch um alle Dinge kümmert. „Bei Bedarf räume ich nach dem Ableben auch den Kühlschrank aus“, bringt sie ihre umfassende Aufgabe auf den Punkt.

Manfred Burmeier kann das nur unterstreichen: „Man sollte sich frühzeitig Gedanken machen und keine Scheu haben, über das Thema ,Nachlass‘ zu sprechen. Es geht nicht nur ums Geld, sondern auch um die Frage: Wie kann ich es gestalten, dass mein Lebenswerk dauerhaft in meinem Sinn Gutes tut, auch wenn ich schon gegangen bin?“