Schieder-Schwalenberg/Detmold. Ein gemeinsames Fest im Sommer und eines zur Weihnachtszeit, das gehört im „aiutanda Lebenspark am Schiedersee“ einfach dazu. Im Februar 2023 hatte Jan Krämer als Geschäftsführer der aiutanda Westfalen GmbH das Gebäude übernommen und sowohl die Bettenanzahl als auch das Personal kurzerhand verdoppelt. In der vollstationären Einrichtung leben heute 60 Menschen, neun davon in Kurzzeitpflege. Sie leben gern hier, sagen sie, nicht zuletzt aufgrund der Idylle, des harmonischen Miteinanders und des freundlichen Umgangs.

Ein freundliches Miteinander, das ist gerade für solche Wohnformen besonders wichtig, in denen die Menschen ihre komplette Zeit verleben. Entscheidend für die gute Stimmung sei unter anderem ein fester Mitarbeiterstamm, erklärt Geschäftsführer Jan Krämer, der selbst examinierter Gesundheits- und Krankenpfleger sowie Atmungstherapeut (DGP) ist. „Für unsere Bewohner ist es deutlich angenehmer, wenn sie feste Bezugspersonen haben. Wir kommen derzeit ohne externe Mitarbeiter aus und sind darauf sehr stolz.“

Bewohner, Angehörige und Pfleger trafen sich in Schieder-Schwalenberg zum geselligen Beisammensein. Foto: Nicole Ellerbrake
Bewohner, Angehörige und Pfleger trafen sich in Schieder-Schwalenberg zum geselligen Beisammensein. Foto: Nicole Ellerbrake

aiutanda bietet attraktive Arbeitsbedingungen

Um ein attraktiver Arbeitgeber zu sein, brauche es deutlich mehr als ein gutes Gehalt – was selbstverständlich aber auch dazugehöre, sagt Krämer. „Die Rahmenbedingungen sind entscheidend und ich denke, dass ich das als jemand, der selbst in der Pflege gearbeitet hat, gut beurteilen kann.“ So lege er viel Wert darauf, auch seinem Personal beim Zeitplan entgegenzukommen, Ausgleichstage zu geben und stets flexibel zu bleiben. „Derzeit haben wir sogar fünf Auszubildende“, verkündet er stolz. Fachkräfte, die etwas voranbringen möchten und die neue Einrichtung weiterhin mit gestalten möchten, sind eingeladen, sich auf der Karriereseite zu melden.

Und wenn alle Seiten zufrieden sind, dann lässt es sich auch untereinander ganz hervorragend auskommen, wie das alljährliche Sommerfest kürzlich wieder zeigte. Pfleger, Bewohner und Familienangehörige saßen gesellig beisammen und tauschten sich zu Kaffee, Kuchen und Bratwurst über aktuelle Themen oder die guten alten Zeiten aus. Brigitte Ruhose wohnt seit rund zwei Jahren im „Lebenspark“  am Schiedersee und ist restlos begeistert. „Ich kam nach einer Reha hierher und bin sehr glücklich über meine Entscheidung für diese Einrichtung. Das Personal und auch der Chef sind super und die Umgebung gefällt mir auch sehr gut.“

Geschäftsführer Jan Krämer begrüßte die Besucher zum Sommerfest in Schieder-Schwalenberg. Foto: Nicole Ellerbrake
Geschäftsführer Jan Krämer begrüßte die Besucher zum Sommerfest in Schieder-Schwalenberg. Foto: Nicole Ellerbrake

Bewohner leben gerne im „Lebenspark“

Dr. Robert Happe war früher als Allgemeinmediziner bereits in Pflegeheimen zuständig, heute wohnt er hier. Nach einer Kurzzeitpflege im „Lebenspark“ galt es, für ihn einen dauerhaften Pflegeplatz zu finden. Da sei die Wahl nicht schwergefallen, sagt er. Ihm gefalle das Haus bereits rein optisch schon sehr gut und zudem auch die Atmosphäre im Hof, die geprägt ist durch große Bäume und viel Grün. Heute sei sein Sohn als Mediziner im „aiutanda Lebenspark am Schiedersee“ tätig.

Seit knapp zwei Wochen ist Bewohnerin Ellen Lissner Beiratsvorsitzende und vertritt damit die Interessen aller Bewohner. „Es ist ein schönes Miteinander“, hält sie fest. Und auch für individuelle Wünsche würden stets Lösungen gefunden werden. „Ich wollte so gerne freiwillig in der Waschküche mithelfen, weil ich Spaß am Wäschefalten habe. Es ist zwar eigentlich nicht vorgesehen, dass die Bewohner dort mithelfen, aber für mich haben die Mitarbeiter nun extra einen kleinen Arbeitsplatz eingerichtet, an dem ich arbeiten kann, wann immer ich Zeit und Lust habe.“

Beste Stimmung war durch musikalische Auftritte in Schieder-Schwalenberg garantiert. Foto: Nicole Ellerbrake
Beste Stimmung war durch musikalische Auftritte in Schieder-Schwalenberg garantiert. Foto: Nicole Ellerbrake

In Detmold gibt es noch freie Plätze

Während im „aiutanda Lebenspark am Schiedersee“ alle Betten belegt sind und auch bereits ein paar Menschen auf der Warteliste stehen, sind im „aiutanda Lebenspark Am Hasselbach“ in Detmold in der Tagespflege noch einige Plätze verfügbar, wirbt Krämer. „Die Tagespflege dient vor allem der Entlastung der Angehörigen tagsüber, denn wir betreuen die Kunden sowohl pflegerisch als auch unterhaltungstechnisch. Die Menschen werden entweder gebracht oder von uns abgeholt und verleben dann den Tag bei uns bei zahlreichen Aktivitäten oder Ausflügen.“ Auch in Detmold fand dieser Tage ein Sommerfest statt, und wurde von circa 150 Gästen als durchweg positiv empfunden. Ein Highlight war das Singen der DRK-Kita Purzelbaum.

Auch am Standort in Detmold sind zum Sommerfest viele Menschen zusammengekommen. Foto: Jan Krämer
Auch am Standort in Detmold sind zum Sommerfest viele Menschen zusammengekommen. Foto: Jan Krämer

Auch Interessierte der Tagespflege waren unter den Besuchern in Detmold. Bezüglich der Kosten und der entsprechend zu stellenden Anträge können sich Interessenten jederzeit an die Mitarbeiter in Detmold wenden. Da sich aufgrund der immer weiter steigenden Kosten auch die Finanzierung der Heimkosten durch die Bewohner sehr verändert hätten und ein Großteil inzwischen auf die Übernahme der Kosten durch die Sozialämter angewiesen wäre, seien Krämer und seine Mitarbeiter in diesen Fragen inzwischen sehr erfahren.

„Pflege von Menschen für Menschen muss ordentlich entlohnt werden aber gleichzeitig refinanziert werden. Tarifabschlüsse müssen direkt umgesetzt werden, höhere Pflegesätze lassen auf sich warten. Das passt nicht zueinander“, so Krämer. So würde es bis zu sechs Monate dauern, bis Anträge auf Sozialhilfe in den Ämtern bearbeitet werden – während die Einrichtung in dieser Zeit in Vorleistung treten müsse. „Das ist in Zeiten einer vermeintlichen Entbürokratisierung nicht nachvollziehbar“, betont Krämer. Die Bearbeitung müsse an dieser Stelle deutlich schneller erfolgen.