Hille. Jahrzehntelang ging es für Moore nur in eine Richtung: Urbarmachung, Trockenlegung. Torfstechen, Ackerland schaffen, so wurden Moore genutzt. Inzwischen ist aber klar: Moore sind wichtig und haben einen erheblichen Wert für den Umwelt-, Natur- und vor allem Klimaschutz. Also gilt es, Moore durch Wiedervernässen in ihren natürlichen Zustand zurückzuversetzen.

Hier setzt die „Initiative Wiedervernässung Bastauwiesen“ an. Sie möchte mit der Bereitstellung von eingeworbenen Spendengeldern bei der Wiedervernässung des Niedermoores Tempo machen. Im größten Moorgebiet NRWs soll so die Freisetzung von 5 Millionen Tonnen CO₂ aus dem Moorboden verhindert werden.

„Das ist eine hocheffektive, unbürokratische und schnell umsetzbare Klimaschutzmöglichkeit von zentraler Bedeutung. Alles erfolgt in Abstimmung mit dem Kreisumweltamt und der Biologischen Station Minden-Lübbecke“, erklärt dazu Karl-Ernst Hunting, Präsident des Rotary Clubs Stemwede-Dümmer und Mitgründer der Initiative.

Das Niedermoor Bastauwiesen braucht schnelle Hilfe

Jüngst haben NRW-Umweltminister Oliver Krischer, das Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz, die NRW-Stiftung, die Landwirtschaftskammer NRW, der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband, die Bezirksregierung Detmold, der Wasserverband Weserniederung, die Biologische Station Minden-Lübbecke, die Städte Minden und Lübbecke, die Gemeinde Hille und der Kreis Minden-Lübbecke vereinbart, für die Wiedervernässung der Bastauwiesen zusammenzuarbeiten.

Schon seit längerem wurde über die Wiedervernässung von Mooren als sehr sinnvolle und effektive Klimaschutzmaßnahme diskutiert. Die Initiative ist nicht Teil der Kooperationsvereinbarung, sondern stellt unbürokratisch Geldmittel für die beschleunigte praktische Umsetzung der Wiedervernässung im Moor bereit. Die bisher für die Bastauwiesen bereitgestellten und angekündigten Ressourcen bedürften der Ergänzung, um eine zeitnahe Umsetzung zu gewährleisten. „Wir sollten es nicht so weit kommen lassen, dass unsere Kinder uns in wenigen Jahren vorwerfen: „Warum habt ihr bei der Wiedervernässung nicht mehr Tempo gemacht?“, so Karl-Ernst Hunting beim offiziellen Startschuss der Initiative Ende April.

Größtes Moorgebiet in NRW

Das Niedermoor Bastauwiesen ist zusammen mit dem benachbarten Hochmoor „Großes Torfmoor“ das größte Moorgebiet von NRW und damit eine echte Besonderheit. Das Naturschutzgebiet (NSG) liegt im Kreis Minden-Lübbecke auf den Gebieten der Stadt Lübbecke, der Gemeinde Hille und der Stadt Minden. „Bisher konnte der Freisetzung von 5 Millionen Tonnen CO₂ aus dem Moorboden kein Riegel vorgeschoben werden. Aufgrund des fortschreitenden Moorschwundes ist Eile geboten“, mahnt Hunting.

Die Wiedervernässung sei eine ausgezeichnete heimische Klimaschutzmöglichkeit „vor unserer Haustür“ und ein hocheffektives, unbürokratisches, schnell umsetzbares Projekt. Deshalb wurde zur Unterstützung die „Initiative Wiedervernässung Bastauwiesen“ ins Leben gerufen.

Spenden für den Klimaschutz vor der eigenen Haustür

Die Initiative konzentriert sich ausschließlich auf die Einwerbung von Spendengeldern von Privatpersonen, Unternehmen der Wirtschaft, Vereinen und aus der „rotarischen Familie“ für die Wiedervernässung des Niedermoores Bastauwiesen.

Geplant ist dafür die Herausgabe von Sponsorenlabels für Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, die damit zeigen, dass sich ihr Unternehmen für den Klimaschutz „vor seiner Haustür“ einsetzt.

 

Dieses Sponsorenlabel bekommen Unternehmen für ihre Spende und zeigen damit, dass sie sich für den Klimaschutz „vor ihrer Haustür“ einsetzen.           Grafik: Initiative Wiedervernässung Bastauwiese

Die Initiative arbeitet in enger Abstimmung mit dem Umweltamt des Kreises Minden-Lübbecke und mit der Biologischen Station Minden-Lübbecke e. V. Der Einsatz der Spendengelder erfolgt ausnahmslos über den Biologische Station Minden-Lübbecke e. V., und die Gelder werden ohne Abzug von Verwaltungskosten vollständig zur oder im direkten Zusammenhang mit der Herstellung und Aufrechterhaltung der Wiedervernässung von Flächen innerhalb des Naturschutzgebietes Bastauwiesen eingesetzt.

Verschiedene Maßnahmen in Planung

Das können die Außerfunktionssetzung von Drainagen und von Entwässerungskanälen sein, Arbeiten an der Vegetation, das Erstellen von Gutachten, der Ankauf von Flurstücken für den Übergang in öffentlichen Besitz oder Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Wiedervernässung.

Die Initiative ist die einzige nicht-staatliche Initiative, die sich ausschließlich auf die Wiedervernässung der Baustauwiesen konzentriert und ist zeitlich nicht befristet. Sie ist ursprünglich eine rotarische Idee, geht aber mittlerweile weit darüber hinaus und bindet weite Teile von Gesellschaft, Entscheidungsträgern und Behörden mit ein. Zunächst war sie als Projekt des Rotary Clubs Stemwede-Dümmer gedacht, wurde aber schnell aufgrund ihrer zentralen Bedeutung für den Klimaschutz vom Rotary Distrikt 1900 als Distrikt-Projekt übernommen.

Der Distrikt erstreckt sich räumlich auf den Regierungsbezirk Detmold und reicht weit darüber hinaus bis Essen im Westen und bis Meinerzhagen/Schmallenberg im Süden. Im Distrikt befinden sich 92 rotarische Clubs. Mit der ESRAG Rotary Action Group besteht eine Partnerschaft bei diesem Projekt.

Spendenkonto ist eingerichtet

Mittlerweile gibt es ein Spendenkonto beim Rotary Deutschland Gemeindienst e. V. (anerkannter gemeinnütziger Verein), der Zuwendungsbestätigungen ausstellt. Bankverbindung: Rotary Deutschland Gemeindienst e.V., Deutsche Bank AG, IBAN: DE80300700100394120000 Verwendungszweck: P1900002440.