Paderborn/Lippe (pm/mmm). Sie haben gelernt, praktische Erfahrung gesammelt, Prüfungen bestanden und damit den Grundstein für ihren weiteren beruflichen Weg gelegt: 620 junge Gesellinnen und Gesellen aus den Kreisen Paderborn und Lippe wurden am 5. September bei der großen Lossprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe für ihren erfolgreichen Ausbildungsabschluss gefeiert. In der Phoenix Contact Arena erhielten sie ihre Gesellenbriefe und wurden damit feierlich in den Kreis der Fachkräfte des Handwerks aufgenommen.

Besonders erfreulich: Gleich 35 junge Handwerkerinnen und Handwerker schlossen ihre Ausbildung als Beste ihrer Innung ab. Sie wurden dafür gemeinsam mit ihren Ausbildungsbetrieben besonders geehrt. Die Innungsbesten stehen stellvertretend für die hohe Qualität und das große Engagement, mit dem die jungen Menschen ihre Ausbildung absolviert haben.

Modernes Handwerk bietet vielfältige Karrierechancen

„Heute ist vor allem Euer Tag“, lautete die Botschaft der Kreishandwerkerschaft an die jungen Fachkräfte. Kreishandwerksmeister Mickel Biere und Hauptgeschäftsführer Michael H. Lutter machten in einem gemeinsamen Interview deutlich, welche Perspektiven sich den Gesellinnen und Gesellen nun eröffnen. „Die jungen Fachkräfte erwartet ein modernes und lebendiges Handwerk“, betonte Biere. Innovationen, vielfältige Weiterbildungsmöglichkeiten und hervorragende Karrierechancen eröffneten zahlreiche Wege für die Zukunft.

Lossprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe in der Phoenix Contact Arena in Lemgo. Foto: PHOEMAX/Dietmar Flach
Lossprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe in der Phoenix Contact Arena in Lemgo. Foto: PHOEMAX/Dietmar Flach

Zugleich übernähmen Handwerkerinnen und Handwerker eine zentrale Rolle bei den großen gesellschaftlichen Zukunftsaufgaben. „ Das Handwerk bietet zukunftssichere Arbeitsplätze. Gleichzeitig sind Karriere und Aufstieg hier auf ganz unterschiedlichen Wegen möglich“, hob Lutter hervor. Die erfolgreiche Ausbildung zahlreicher junger Menschen mit internationaler Geschichte zeige darüber hinaus, dass Integration im Handwerk bestens gelingt und vielfältige Lebenswege zu beruflichem Erfolg führen.  

Innungsbeste beschreiben Motivation fürs Handwerk  

Warum eine Ausbildung im Handwerk für sie der beste Weg war, berichten auch die Innungsbesten selbst. „Die Zukunftssicherheit, die Vielseitigkeit und das Arbeiten mit neuen Technologien gefallen mir besonders gut. Am Ende des Tages habe ich ein sichtbares Ergebnis“, bringt Elektroniker Quadri Babatunde Asani-Awotoye (Ausbildungsbetrieb Elektro Lampe, Detmold) seine Begeisterung auf den Punkt. „Ich kann mit meinen eigenen Händen etwas erschaffen, das einen direkten und langfristigen Nutzen hat“, betont Dachdecker Silas Schröter (Ausbildungsbetrieb Markus Happe Bedachungen GmbH, Paderborn).

„Die Arbeit mit verschiedenen Maschinen, Werkstoffen, Techniken und Projekten“, ist für Tischlerin Lea Jaeschke (Ausbildungsbetrieb Jürgen Pieper, Paderborn) die größte Freude. Langweilig werde es in ihrem Beruf nie. „Besonders viel Freude macht es mir, Menschen einen schönen und persönlichen Gedenkstein zu erstellen, damit sie ihre Liebsten würdevoll in Erinnerung behalten können. Ich möchte gerne mehr junge Menschen für das Handwerk begeistern!“, ergänzt Steinmetzin und Steinbildhauerin Lena Sauter (Ausbildungsbetrieb Firma Olaf Sümnich, Bad Salzuflen).  

Die Aussagen machen deutlich: Gerade die Verbindung aus praktischem Arbeiten und der Möglichkeit, mit den eigenen Händen sichtbare Ergebnisse zu schaffen, Abwechslung, Kreativität, Kundenkontakt oder die tägliche Herausforderung, eigenständig Lösungen für neue Aufgaben zu finden, ist für viele junge Menschen ein entscheidender Grund für ihren Weg ins Handwerk.

Meisterprüfung, eigener Betrieb: Die nächsten Ziele der jungen Fachkräfte

Gleichzeitig haben viele der frisch gebackenen Gesellen ihre berufliche Entwicklung schon fest vor Augen: Einige wollen zunächst Berufserfahrung sammeln und ihre Fähigkeiten weiterentwickeln. Andere bereiten sich bereits auf ihre Meisterprüfung vor. Auch der Wunsch nach einem eigenen Betrieb oder die Übernahme eines bestehenden Familienunternehmens ist bei einigen der Innungsbesten bereits fest verankert, so auch bei Fleischerin Anna Bartels. „Ich möchte die Meisterprüfung ablegen, um zu Hause in den Hofladen einzusteigen und diesen später zu übernehmen“, erzählt die junge Frau, die bei Manuel Wecker in Hövelhof ihre Ausbildung absolvierte.  

Michael H. Lutter, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe (links), und Kreishandwerksmeister Mickel Biere (rechts) gratulieren den Innungsbesten aus dem Kreis Paderborn zum erfolgreichen Berufsabschluss im Handwerk. Foto: PHOEMAX/Dietmar Flach
Michael H. Lutter, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe (links), und Kreishandwerksmeister Mickel Biere (rechts) gratulieren den Innungsbesten aus dem Kreis Paderborn zum erfolgreichen Berufsabschluss im Handwerk. Foto: PHOEMAX/Dietmar Flach

Neben der feierlichen Übergabe der Gesellenbriefe bereicherte Comedian Benni Stark die rund zweistündige Veranstaltung als Showact mit Schlagfertigkeit, Humor und Improvisationstalent.  

Für die Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe stand an diesem Tag jedoch vor allem eines im Mittelpunkt: die Wertschätzung für die Ausbildungsleistung der Handwerksbetriebe und für eine neue Generation von Fachkräften, die Wissen, handwerkliches Können, Ideen und neue Perspektiven in die Betriebe der Region einbringen – und damit einen wichtigen Beitrag für die Zukunft des Handwerks leisten.  

Alle Namen der erfolgreichen Gesellinnen und Gesellen finden Interessierte online in einer Liste der Kreishandwerkerschaft.

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