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Bundesweites Netzwerktreffen der Frauen im Handwerk in Bielefeld setzt Zeichen
Frauen im Handwerk fordern Gleichberechtigung statt Sonderrolle. Beim bundesweiten Netzwerktreffen in Bielefeld zeigt sich: Der Wandel ist da – aber reicht er schon?
Frauen wollen keine Sonderrolle, sondern Gleichberechtigung und Partizipation. Darüber waren sich die Podiums-Diskutantinnen Jessica Beitzel (v. l.; Bestattermeisterin aus Dormagen), Dr. Lisa Schleker (Wirtschaftspsychologin), Moderatorin Jula Ures, Friderike Borchers (Malermeisterin und Geschäftsführerin des Malerbildungszentrums in Brackwede) und Ragna Köstner (stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der Handwerkskammer OWL) einig. Foto: Thomas F. Starke
Bielefeld. Beim „Bundesweiten Netzwerktreffen der Frauen im Handwerk“ kamen im Bielefelder Campus Handwerk rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammen. Zu der Veranstaltung hatten die Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld, der Zentralverband des Deutschen Handwerks und die Unternehmerfrauen im Handwerk eingeladen. Im Vordergrund stand der Netzwerkgedanke für die Anwesenden aus allen Teilen der Bundesrepublik.
„Sie fragen sich vielleicht, warum ausgerechnet ein Mann das erste Grußwort an Sie richtet. Es gibt einen entscheidenden Grund: Gleichberechtigung im Handwerk geht uns alle an – Frauen wie Männer“, sagte Kammerpräsident Peter Eul in seiner Begrüßungsrede. An diesem Tag stünden eindeutig weibliche Perspektiven im Fokus, so Eul. Allerdings forderte er auch: „Lassen Sie uns die Zukunft des Handwerks gemeinsam gestalten.“
Mit Blick auf die aktuelle Situation von Frauen im Handwerk betonte Ragna Köstner, die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der Handwerkskammer, dass Veranstaltungen wie das bundesweite Netzwerktreffen Frauen gezielt unterstützen. „Eines muss jedoch klar sein: Frauen wollen keine Sonderrolle, sondern Gleichberechtigung und Partizipation“, so die Gastgeberin weiter. Diese Teilhabe könne nur gemeinsam erreicht werden.
Beim Netzwerktreffen erhielten Frauen und Männer im Handwerk unterschiedliche Impulse für diesen Weg zur beruflichen Gleichberechtigung. Die Wirtschaftspsychologin und Referentin Dr. Lisa Schleker beleuchtete in ihrem Vortrag den souveränen Umgang mit Vorurteilen gegenüber Handwerkerinnen aus einer wissenschaftlichen Perspektive.
Diese wissenschaftliche Einordnung wurde in der Keynote von Jessica Beitzel, Bestattermeisterin aus Dormagen, um einen praxisnahen Einblick ergänzt. Sie berichtete von den Veränderungen, die bereits im Handwerk stattgefunden haben, und von ihren Erfahrungen als selbstständige Mutter.
Im Anschluss diskutierten die Referentinnen mit Friderike Borchers, Malermeisterin und Geschäftsführerin des Malerbildungszentrums in Brackwede, sowie mit Ragna Köstner auf dem Podium darüber, wie Veränderungen für Frauen im Handwerk nachhaltig angestoßen werden können. „Das Handwerk kann Zukunft – für alle und mit allen“, bemerkte Köstner abschließend.
„Gleichberechtigung im Handwerk geht uns alle an – Frauen wie Männer“, sagte Kammerpräsident Peter Eul in seiner Begrüßungsrede beim Bundesnetzwerktreffen der Frauen im Handwerk. Foto: Thomas F. Starke
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzten die Möglichkeit zur Vernetzung, für Gespräche und zur Teilnahme an Workshops. Das Programm reichte inhaltlich von Fragen der finanziellen Vorsorge bis hin zur Wirkung von Körpersprache im Berufsalltag.
Für die Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld steht nach dem Bundesweiten Netzwerktreffen der Frauen im Handwerk bereits das nächste regionale Treffen des FrauenForums an. Am 5. November 2026 sind alle Handwerkerinnen aus Ostwestfalen-Lippe herzlich in den Campus Handwerk eingeladen.
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