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Ragna Köster und die Handwerkskammer OWL setzen sich dafür ein, dass sich mehr Frauen für eine Karriere im Handwerk entscheiden. Social-Media-Kampagnen und weitere Formate sollen jungen Frauen Vorbilder geben und dazu ermutigen, Chancen zu ergreifen. Foto: Handwerkskammer OWL
Sie sind Meisterinnen ihres Fachs, Unternehmerinnen und Vorbilder: Frauen übernehmen im Handwerk längst tragende Rollen – und doch bleiben ihre Erfolge häufig unsichtbar. Mit dem neu gegründeten „FrauenForum“ setzt die Handwerkskammer ein deutliches Zeichen und rückt Handwerkerinnen gezielt ins Rampenlicht.
Frauen im Handwerk sind Gestalterinnen, Macherinnen und treibende Kräfte. Tag für Tag zeigen sie, wie erfolgreich eine Laufbahn in diesem Bereich verlaufen kann – ob auf der Baustelle, im Friseursalon, in der Werkstatt oder im eigenen Betrieb. Überholte Rollenbilder passen nicht in das moderne Handwerk. Das Handwerk ist ein Wirtschaftszweig, der Vielfalt als Stärke begreift.
Das „FrauenForum“ verfolgt ein klares Ziel: Sichtbarkeit und Teilhabe stärken. Junge Frauen brauchen Vorbilder, die ihnen zeigen, wie vielfältig und erfüllend Wege im Handwerk sein können. Eine neue Social-Media-Kampagne der Handwerkskammer bietet genau das: Handwerkerinnen erzählen ihre Geschichten, brechen mit Klischees und inspirieren andere Frauen, eigene Chancen zu ergreifen.
Den Auftakt macht Friseur- und Kosmetikmeisterin Sarah Lüke. In einem ersten Video schildert sie ihre Laufbahn, räumt mit gängigen Vorurteilen auf und zeigt, welche Möglichkeiten das Handwerk eröffnet. Auch in weiteren Medien und Publikationen greift die Handwerkskammer das Thema breit auf.
„Ich bin froh, dass ich damals nicht auf andere gehört habe.“ Sarah Lüke
Lediglich 17 Prozent der Azubis im Handwerk sind weiblich
Doch das Forum geht über reine Sichtbarkeit hinaus: Es soll Handwerkerinnen ermutigen, ihre Stimme einzubringen – im Ehrenamt, in der Öffentlichkeit oder in politischen Diskussionen. Ziel ist es, Rahmenbedingungen im Handwerk, aber auch in Gesellschaft und Politik aktiv mitzugestalten.
Der Bedarf ist groß, denn noch immer sind Frauen im Handwerk unterrepräsentiert. 2024 lag der Anteil weiblicher Auszubildender in OWL bei lediglich 17 Prozent. Auch bei den Meisterprüfungen bleibt der Frauenanteil niedrig. Entsprechend gering ist die Zahl der Frauen, die einen eigenen Betrieb führen.
Strukturelle Hürden spielen dabei eine wesentliche Rolle. Eine Studie des Instituts für Mittelstandsforschung zeigt: Viele selbstständige Handwerkerinnen arbeiten bis kurz vor der Geburt – nicht aus freien Stücken, sondern aus wirtschaftlichem Druck. Die Handwerkskammer setzt sich deshalb für bessere Rahmenbedingungen ein, etwa für ein Mutterschaftsgeld für Selbstständige.
Darüber hinaus wirbt sie für flexible Lösungen für angestellte Frauen in Betrieben. Teilzeitmodelle, familienfreundliche Arbeitszeiten oder eine enge Kooperation mit Kindertagesstätten sind Beispiele, die nicht nur Frauen, sondern ganzen Familien zugutekommen. Selbstverständlich muss die Funktionsfähigkeit eines Unternehmens gewahrt bleiben. Doch neue Konzepte eröffnen oft zusätzliche Spielräume für Eigenverantwortung, Kreativität und Motivation.
Auch für Betriebe selbst ist es ein Gewinn, stärker auf die Bedürfnisse von Mitarbeiterinnen einzugehen. Schließlich werden qualifizierte Fachkräfte überall gesucht. Wer gute Arbeitsbedingungen schafft, erhöht die Attraktivität seines Unternehmens und sichert sich Wettbewerbsvorteile.
Genau hier setzt das „FrauenForum“ an. Es versteht sich als Netzwerk der Stärke, als Raum für Austausch, Impulse und gemeinsame Projekte. Hier entstehen Ideen, werden Diskussionen angestoßen und Debatten in Politik und Gesellschaft bereichert. Frauen im Handwerk sind keine Randerscheinung – sie sind zentrale Mitgestalterinnen von Betrieben, Branchen und Regionen. Mit dem „FrauenForum“ erhalten sie endlich die Sichtbarkeit und den Einfluss, der ihnen zusteht.
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