Minden . Der RailCampus OWL lud zum ersten Future Rail Forum 2026 und rund 100 Fachgäste aus Wirtschaft, Wissenschaft und Praxis folgten der Einladung nach Minden. Als Veranstalter brachte der RailCampus OWL zentrale Akteurinnen und Akteure der Bahn- und Mobilitätsbranche zusammen und setzte damit ein starkes Zeichen für den fachlichen Austausch zur vernetzten Mobilität der Zukunft.

Zu Gast war die Veranstaltung bei der HARTING Deutschland GmbH & Co. KG. Durch das Programm führte Georg Kern, Chefredakteur des Fachmagazins Bahnmanager, der die einzelnen Programmpunkte einordnete und den fachlichen Austausch zwischen den Vorträgen moderierend begleitete.

Seitens des Gastgebers begrüßten Dr. Matthias Gellert und Gisela Eickhoff die Teilnehmenden und unterstrichen die Bedeutung technologischer Innovationen und starker Partnerschaften für die Weiterentwicklung zukunftsfähiger Mobilitätslösungen.

Unter dem Leitthema „Schiene im Netzwerk der Zukunft“ stand die Frage im Mittelpunkt, wie multimodale Lösungsansätze sowie intelligente technische und informatorische Schnittstellen zwischen den Verkehrsträgern gestaltet werden müssen, damit die Schiene eine zentrale Rolle in der gesamten Transportkette einnehmen kann. In insgesamt elf Fachvorträgen wurden innovative Ansätze sowohl für den Personen- als auch für den Güterverkehr vorgestellt.

Die fachliche Eröffnung übernahm Dr.-Ing. Hiie-Mai Unger, Vorsitzende der Geschäftsführung der DB Systemtechnik GmbH. Sie hob hervor, wie wichtig innovative technische Lösungen wie Autonomous Train Operation (ATO) und datenbasierte Instandhaltung für ein reibungsloses Ineinandergreifen der einzelnen Glieder der Transportkette sind.

Einen wissenschaftlichen Überblick gab Prof. Dr. Rolf Naumann von der Hochschule Bielefeld. Er verdeutlichte die grundlegende Bedeutung von Mobilität für Wirtschaft und Gesellschaft und betonte die Notwendigkeit digitaler Lösungen für zukünftige Mobilitätsanforderungen, zum Beispiel zur Sicherung von Mobilitätsangeboten im ländlichen Raum.

Im weiteren Verlauf des Vormittags widmete sich Olaf Stepputat von der SonoBeacon GmbH der digitalen Koordination von Fahrgästen und zeigte auf, wie Informationsflüsse nutzerorientiert gestaltet werden können. Dr. Heike Twele von der Hacon Ingenieurgesellschaft mbH präsentierte eine smarte Mobilitätskette für den Personenverkehr und erläuterte, wie digitale Plattformlösungen unterschiedliche Verkehrsträger intelligent verknüpfen. Thomas Rief von der Wölfel Engineering GmbH & Co. KG stellte integrierte Condition Monitoring-Lösungen zur kontinuierlichen Überwachung der Infrastruktur vor und verdeutlichte deren Beitrag zu höherer Verfügbarkeit und Sicherheit.

Rund 100 Gäste aus Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis kamen nach Minden zum Future Rail Forum. Foto: Rail Campus OWL
Rund 100 Gäste aus Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis kamen nach Minden zum Future Rail Forum. Foto: Rail Campus OWL

In der gemeinsamen Nachmittagssession standen praxisnahe Lösungsbeispiele sowohl des Personen- als auch des Güterverkehrs auf der Schiene im Fokus. Philipp Widmann vom Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) präsentierte Ansätze zur verbesserten Anbindung ländlicher Räume an die Schiene. Das europäische Projekt ULTIMO wurde von Andreas Fehr und Vanessa Schmidt der DB Regio AG vorgestellt und zeigte innovative autonome Zubringerlösungen. Prof. Thomas Schlipköther von der RELA AG demonstrierte digitale Lösungen an intermodalen Terminals und beleuchtete die Gestaltung effizienter Schnittstellen. Achim Klukas vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML schließlich analysierte die Potenziale und Grenzen künstlicher Intelligenz im Gütertransport anhand des Projekts „Optimal Loads“.

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Den inhaltlichen Abschluss gestaltete Achim Oberwöhrmeier von der KVG Lippe , der die Diskussion zusammenfasste und betonte, dass insbesondere autonomes Fahren in Kombination mit multimodalen Mobilitätsketten für ländliche Räume eine zentrale Lösung darstellen könne, sofern die Wirtschaftlichkeit der Konzepte langfristig gewährleistet sei.

Das Future Rail Forum 2026 machte deutlich, dass die Schiene ihre zentrale Rolle im Netzwerk der Zukunft nur dann voll entfalten kann, wenn technologische Innovation, digitale Transparenz und intermodale Zusammenarbeit konsequent zusammengedacht werden. Als Veranstalter schuf der RailCampus OWL e.V. erneut eine Plattform für Austausch, Impulse und neue Kooperationen zwischen Forschung, Wirtschaft und Praxis.

Über RailCampus OWL e.V.

  • Der RailCampus OWL e.V. ist ein 2022 gegründeter Verein mit Sitz in Minden, der das Ziel verfolgt, die Bahntechnologie der Zukunft maßgeblich mitzugestalten.
  • Er fungiert als eine Innovations-Ökoplattform, auf der Bildung, Forschung, Industrie und die Anbieter von Transportleistungen und -technik auf der Schiene eng verzahnt werden, um das System Bahn innovativ weiterzuentwickeln.
  • Am Standort Minden – auf dem Gelände der DB Systemtechnik und als Teil der Region Ostwestfalen-Lippe – werden neue Studiengänge wie „Digitale Bahnsysteme“ angeboten und Fachkräfte ausgebildet.
  • Projekte wie das enableATO oder AuToRail OWL befassen sich mit autonomen Fahrzeuglösungen, z.B. Zweiwegefahrzeugen, die Bahn und Straße kombinieren.
  • Der RailCampus OWL dient des Weiteren als einer von vier Standorten des Deutschen Zentrums Mobilität der Zukunft (DZM), die angeschlossenen Hochschulen sind u.a. darauf spezialisiert, Innovationen „auf Sicht“ – also in Betriebsumgebungen mit Verkehrsüberwachung, Sicherheitssystemen und realen Gleisverhältnissen – zu erproben.
  • Der Verein koordiniert die Zusammenarbeit zwischen Universitäten, Unternehmen wie DB Systemtechnik, Zulieferern und kommunaler Verwaltung, fördert Technologie-Transfer und möchte Forschungsergebnisse möglichst schnell in Anwendung bringen.
  • So schafft RailCampus OWL eine Brücke zwischen theoretischen Entwicklungen und praktischen Einsätzen, um den Schienenverkehr nachhaltiger, effizienter und zukunftsfähig zu gestalten.