Bielefeld. In einer zunehmend komplexen und unsicheren Welt wird es immer schwieriger, robuste Entscheidungen für die Zukunft zu treffen. Klassische Prognosen stoßen an ihre Grenzen, während Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und gesellschaftliche Akteure Orientierung suchen.

Szenario-Management bietet hier seit vielen Jahren ein wirksames Werkzeug – doch seine Anwendung ist oft zeitaufwendig, ressourcenintensiv und stark von Experten abhängig. Hier setzt „AISceMa – AI-Supported Scenario Management“ an, ein gemeinsames Projekt der ScMI AG, des Fraunhofer IEM, owl maschinenbau e.V. und der WAPP GmbH. Ziel ist es, den Maschinenbau in OWL mit Hilfe von Szenariotechnik und generativer KI strategisch zukunftsfähig aufzustellen.

KI soll menschliche Expertise erweitern

KI soll Daten effizienter analysieren, bestehendes Zukunftswissen intelligent verknüpfen und kreative Impulse für neue Zukunftsbilder geben. So entsteht ein System, das menschliche Expertise erweitert und Szenarien schneller, präziser und flexibler nutzbar macht.

Damit leistet AISceMa einen Beitrag zu mehr Resilienz, innovativer strategischer Planung und einer breiteren Zukunftskompetenz – insbesondere auch für kleine und mittlere Unternehmen.

In Workshops werden die Grundlagen geschaffen

Die Projektpartner entwickeln gemeinsam eine Software, die den gesamten Szenarioprozess KI-gestützt unterstützt: von der Auswahl der Schlüsselfaktoren bis zur Visualisierung alternativer Zukunftsbilder.

Der Ansatz verbindet Automatisierung und Augmentierung: Die KI übernimmt datenintensive Schritte und beschleunigt Analysen (Automatisierung) und unterstützt die Menschen bei kreativen und strategischen Aufgaben gezielt (Augmentierung).

Um die KI optimal vorzubereiten, wird zunächst ein analoger Szenario-Prozess durchgeführt, der mehrere Workshops umfasst. Die dabei entstehenden Szenarien für die Maschinenbau-Branche in OWL bilden anschließend die Grundlage für das Training der KI. Darauf aufbauend entwickeln die Partner einen Szenario-Wizard, der mit Hilfe der KI den gesamten Szenarioprozess künftig effizient unterstützen soll.

Zukunftsszenarien für den Maschinenbau

Am 15. Januar trafen sich die Teilnehmenden des Projekts AiSceMa zum zweiten Workshop in der Factory des Pioneers Club Bielefeld. „Nach dem Auftakt im Herbst haben wir einen großen Schritt nach vorne gemacht: von der Sammlung zentraler Einflussfaktoren hin zur konkreten Ausarbeitung von Zukunftsszenarien für den Maschinenbau“, sagt Christian Johow, Geschäftsführer von owl maschinenbau e.V.

Der Tag startete mit einer Rekapitulation der Ergebnisse des ersten Workshops und einem Update zu den Zwischenarbeiten. Im Anschluss arbeiteten wir in Kleingruppen, analysierten sechs unterschiedliche Szenarien und machten aus abstrakten Annahmen greifbare Zukunftsbilder. Die Atmosphäre war konzentriert, offen und geprägt von echtem Interesse an unterschiedlichen Perspektiven.

„Ein großes Danke an alle Teilnehmenden: Euer Fachwissen, eure Erfahrungen und euer Engagement haben den Workshop zu einem kurzweiligen, konstruktiven und inspirierenden Tag gemacht. Ihr seid ein zentraler Bestandteil dieses Projekts – und wir freuen uns schon jetzt, euch im dritten und letzten Workshop im März wiederzusehen“, so Johow abschließend.

Das Projekt wird kofinanziert durch den EFRE/JTF-Fonds der Europäischen Union im Rahmen des Programms NRW 2021–2027. Mehr zu „AISceMa“ findet man auf der Projektseite.

Lesen Sie auch: Medienpartnerschaft: Mehr Reichweite für den Maschinenbau in OWL