Minden. Vierspurig fließt der Verkehr über die Viktoriastraße, eine der belebtesten Verkehrsadern der Stadt. Wer hier häufiger entlangfährt, hat das weiße Gebäude von Kaiser & Knake längst registriert, trotzdem es eher unauffällig, weil etwas zurückgesetzt von der Straße, zwischen Tankstelle und Wohnhaus eingebettet ist.

Trotz der Lage, der Name Kaiser & Knake ist nicht nur ein Name. In Minden ist es ein feststehender Begriff, seit Generationen schon. Doch was das Unternehmen eigentlich macht, wissen die wenigsten genau. Werden dort immer noch seit mehr als einem Jahrhundert Schrauben verkauft? Oder steckt inzwischen mehr dahinter?

Die Antwort: deutlich mehr. Hinter der Fassade des Eisenwarenhandels hat sich Kaiser & Knake zu einem Spezialisten für komplexe elektronische oder mechanische Schließanlagen entwickelt – ohne dabei das Ladengeschäft für Privatkunden und Handwerker aufzugeben, mit dem alles begann.

Komplexe Schließkonzepte für Betriebe, Kommunen und Hausverwaltungen

Einen großen Teil seines Umsatzes erwirtschaftet das Traditionsunternehmen heute nicht mehr im Laden, sondern mit individuellen Schließanlagen für Gewerbekunden, Kommunen und Wohnungsbaugenossenschaften – vor allem im Kreis Minden-Lübbecke, im angrenzenden Schaumburg und bis in den Kreis Hameln-Pyrmont hinein. Ob Mehrfamilienhaus oder Firmengelände mit mehreren Hundert Mitarbeitenden: Vor jeder Anlage steht ein individuelles Sicherheits- und Schließkonzept, für das Kaiser & Knake auch das Aufmaß vor Ort übernimmt.

Gerade an Orten, an denen viele Menschen arbeiten, ist die Planung anspruchsvoll: Welcher Mitarbeitende darf welchen Bereich betreten – und wie lässt sich das mit den Vorgaben für Notwege vereinbaren? Denn Zutrittskontrolle und Brandschutz stehen hier in einem engen Spannungsfeld, das bei jedem Schließkonzept mitbedacht werden muss. Genau in diesem Zusammenspiel aus Zutrittskontrolle, Einbruchschutz und Fluchtwegsicherheit liegt die eigentliche konzeptionelle Leistung hinter einer modernen Schließanlage – und der Grund, warum Betriebe und Kommunen dafür auf einen Fachbetrieb wie Kaiser & Knake setzen.

Für den laufenden Betrieb bietet das Unternehmen zudem den Service für Werksschließanlagen nahezu aller gängigen Fabrikate an – von ABUS über BKS, CES, DOM, EVVA/ELCA, GTV, IKON und WILKA bis WINKHAUS. Ersatzschlüssel oder -zylinder sind damit auch dann kein Problem, wenn die ursprüngliche Anlage von einem anderen Händler stammt.

Auch für Privatkunden und Handwerker da

So professionell das Geschäft mit Gewerbekunden inzwischen ist – das Privatkundengeschäft hat Kaiser & Knake nie aufgegeben. Wer einen im Zylinder abgebrochenen Schlüssel hat oder eine Mehrfachverriegelung, die nicht mehr schließt, bekommt im Laden an der Viktoriastraße Hilfe, notfalls auch vor Ort: Montagen und Kleinreparaturen führt das zum Teil auch direkt beim Kunden aus, innerhalb der Geschäftszeiten von Montag bis Freitag ergänzt durch einen Schlüsselnotdienst.

Wer die Sicherheit des eigenen Hauses erhöhen möchte, kann sich über mechanische Zusatzsicherungen beraten lassen – auch das gehört, ebenso wie individuelle Schließanlagen für Ein- und Mehrfamilienhäuser, zum Angebot für Privatkunden.

Im Ladengeschäft selbst ist das Sortiment umfangreich geblieben: Schrauben und Dübel für praktisch jede Wand, Beschläge für Möbel, Türen und Fenster, Werkzeuge, dazu Ketten, Seile, Aluminiumprofile und diverse Dichtungen. Und wer bei Kaiser & Knake kauft, der kauft Qualität. Das ist sicher. Auch im Programm: Autoschlüsselkopien mit Transponder für die Wegfahrsperre. Wer nach wie Hans-Joachim Sachs „Beratung und Service zur Zufriedenheit unserer Kundschaft täglich leben“ will, kommt an einer Produktkenntnis, die man nicht im Baumarkt findet, nicht vorbei – und genau die wird dem rund fünfköpfigen Team regelmäßig bescheinigt.

Vom Eisenwarenhandel zum Traditionsunternehmen: 120 Jahre Kaiser & Knake

Wer verstehen will, warum der Name in Minden so vertraut klingt, muss 120 Jahre zurückblicken. 1906 gründeten Daniel Kaiser und Hermann Knake an der Friedrich-Wilhelm-Straße einen Eisenwarenhandel – der Grundstein für das, was heute Kaiser & Knake heißt. Seit 1981 – als Hans-Otto Sachs den Betrieb übernahm -, ist das Geschäft in den Händen der Familie Sachs. 2003 übernahm Hans-Joachim Sachs. Im selben Jahr wurde aus dem Traditionshaus eine GmbH & Co. KG. 1998 folgte der Wechsel an den jetzigen Standort Viktoriastraße 20, mit mehr Platz, besserer Verkehrsanbindung und ausreichend Kundenparkplätzen.

In diesem Jahr feiert Kaiser & Knake sein 120-jähriges Bestehen. Und die Frage, die sich Vorbeifahrende an der Viktoriastraße stellen, lässt sich damit klar beantworten: Kaiser & Knake verkauft längst nicht mehr nur Schrauben.


Mehr zum Thema: Meilensteine von Kaiser & Knake in Minden

  • 1906: Daniel Kaiser und Hermann Knake gründen die Firma Kaiser & Knake Eisenwaren an der Friedrich-Wilhelm-Straße 5.
  • 1912: Aus Platzmangel entsteht ein zweites Geschäftshaus an der Ecke Hafenstraße/Kasernenstraße.
  • 1919: Die Inhaber erschließen mit dem Kachelofenbau ein neues Geschäftsfeld.
  • 1921: Daniel Kaiser verunglückt tödlich, seine Frau Dora Kaiser übernimmt die Nachfolge.
  • 1928: Ein Feuer zerstört das Dachgeschoss des Firmengebäudes.
  • 1946: Hans-Otto Sachs beginnt seine Lehrzeit im Unternehmen.
  • 1956: Eduard Knake und Hans-Otto Sachs werden Teilhaber.
  • 1978: Hans-Joachim Sachs beginnt seine Lehrzeit im Familienunternehmen.
  • 1981: Hans-Otto Sachs wird alleiniger Geschäftsinhaber.
  • 1987: Umzug in den Anbau des heutigen WEZ-Verwaltungsgebäudes an der Viktoriastraße 27.
  • 1998: Umzug an den heutigen Standort Viktoriastraße 20.
  • 2003: Umwandlung in eine GmbH & Co. KG; Hans-Joachim Sachs übernimmt die Geschäftsleitung.
  • 2006: 100-jähriges Firmenjubiläum mit verkaufsoffenem Sonntag.
  • 2026: 120-jähriges Firmenjubiläum.

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