Bielefeld (pm/mmm). Die duale Berufsausbildung als Kombination aus Praxis im Ausbildungsbetrieb und Unterricht in der Berufsschule gilt längst als international gefragtes Erfolgsmodell. In mehr als 50 Ländern weltweit wird bereits nach deutschem Vorbild ausgebildet.

Mit Unterstützung der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) ist nun auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten ein entsprechendes Ausbildungsprojekt gestartet. Das hierfür gegründete German Emirati Vocational Institute (GEVI) in Sharjah bildet zunächst 40 junge Menschen in den Berufen Automobilkaufmann und Kfz-Mechatroniker aus. Ein weiterer Ausbildungsjahrgang sowie die Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik starten im Jahr 2027. Weitere Ausbildungsberufe sind aktuell in Planung.

IHK Ostwestfalen begleitet duales Ausbildungsprojekt in Sharjah

Die IHK Ostwestfalen begleitet das Projekt im Auftrag der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) als Schwerpunktkammer für den Nahen Osten innerhalb der IHK-Organisation. Zu ihren Aufgaben gehören insbesondere die Beratung der Projektpartner sowie der fachliche Abgleich von Ausbildungsunterlagen und Curricula mit den deutschen Ausbildungsordnungen und Qualitätsstandards. Nach erfolgreicher Prüfung wurde das Ausbildungssystem in die Kategorie B „Lokale duale Berufsbildung nach deutschem Vorbild“ eingestuft.

„Die duale Berufsausbildung ist ein deutscher Exportschlager geworden“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführerin Petra Pigerl-Radtke. „Weltweit suchen Unternehmen und Regierungen nach praxisnahen Wegen zur Fachkräftesicherung. Die duale Ausbildung verbindet berufliche Praxis mit systematischem Lernen und bietet Unternehmen zugleich die Möglichkeit, Fachkräfte bedarfsgerecht zu entwickeln . Dass inzwischen in mehr als 50 Ländern nach deutschem Vorbild ausgebildet wird, zeigt die Strahlkraft des dualen Systems weit über Deutschland hinaus. Es freut uns, dass wir als IHK Ostwestfalen unsere Expertise in dieses Projekt einbringen können.“

Für die IHK Ostwestfalen betreut Björn Huxoll, Leiter des Bereichs Berufliche Ausbildung, das Vorhaben fachlich. Zu den Aufgaben gehören unter anderem die Abstimmung der Ausbildungsinhalte mit den deutschen Standards sowie die Qualifizierung der Ausbilderinnen und Ausbilder nach der Ausbildereignungsverordnung (AEVO). Sie verfügen damit über den sogenannten ADA-Schein.

Sheikh Salim Al Qasimi (links) eröffnet das GEVI-Ausbildungsinstitut offiziell, in dem mit Begleitung der IHK Ostwestfalen nach deutschem Vorbild in den Vereinigten Arabischen Emiraten dual ausgebildet wird. Foto: GEVI/IHK Ostwestfalen
Sheikh Salim Al Qasimi (links) eröffnet das GEVI-Ausbildungsinstitut offiziell, in dem mit Begleitung der IHK Ostwestfalen nach deutschem Vorbild in den Vereinigten Arabischen Emiraten dual ausgebildet wird. Foto: GEVI/IHK Ostwestfalen

Das GEVI bietet zehn Klassenräume, Werkstätten, eine Bibliothek, IT- und Büroräume sowie eine eigene Kantine. Im laufenden Ausbildungsbetrieb übernimmt die Auslandshandelskammer (AHK) in den Vereinigten Arabischen Emiraten zentrale Aufgaben, die in Deutschland typischerweise bei den regionalen Industrie- und Handelskammern liegen. Dazu gehören ins-besondere die Organisation und Begleitung der Prüfungen sowie die Qualitätssicherung der Ausbildung vor Ort. Das Projekt ist damit ein weiteres Beispiel für die internationale Anerkennung und erfolgreiche Übertragbarkeit des deutschen dualen Ausbildungssystems.

Ausbildung für Fachkräfte in den Vereinigten Arabischen Emiraten

Initiator des Projekts in den Vereinigten Arabischen Emiraten ist der diversifizierte, familiengeführte Mischkonzern ALBATHA Group, der das GEVI gegründet hat. „Mit dem GEVI, dessen Berufsausbildungen sowohl durch die DIHK als auch durch das lokale Bildungsministerium akkreditiert wurden, investieren wir gezielt in die Ausbildung qualifizierter Fachkräfte für die Zukunft“, erklärt Rüdiger Heim, Personalvorstand von ALBATHA. Das Ausbildungsangebot stehe auch weiteren Unternehmen offen.


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Die Vereinigten Arabischen Emirate und weitere Märkte im Nahen Osten sind wichtige internationale Absatz- und Wachstumsregionen für Unternehmen aus Ostwestfalen. mmm-owl.de berichtet über Unternehmen aus der Region, die dort mit Standorten, Projekten und Geschäftspartnern aktiv sind.

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