Nach acht Jahren Verhandlung haben die EU und Australien ihr Freihandelsabkommen unterzeichnet. Das bedeutet: 99 Prozent der Zölle auf EU-Exporte fallen weg. Eine Milliarde Euro jährliche Einsparungen für europäische Unternehmen.

Was viele nicht wissen: Deutschland war das einzige Land unter Australiens fünf größten Lieferanten ohne Freihandelsabkommen. China, die USA, Japan, Thailand – alle hatten diesen Zugang bereits. Unsere Maschinenbauer mussten also gegen Wettbewerber antreten, die systematisch bessergestellt waren. Trotzdem hält Deutschland bei Maschinen einen Marktanteil von 10 Prozent in Australien. Das zeigt, was unsere Produkte können. Und: Der Maschinebau in OWL wird von dem Freihandeslabkommen profitieren.

Jetzt fällt dieser Nachteil endlich weg!

Für Ostwestfalen-Lippe – eine Region mit rund 300 Maschinenbauunternehmen und über 40.000 Beschäftigten in dieser Branche – ist Australien kein unbekanntes Terrain. Weidmüller Deutschland aus Detmold produziert und entwickelt seit über 50 Jahren in Sydney. Beckhoff Automation aus Verl hat eine eigene australische Tochtergesellschaft. CLAAS aus Harsewinkel bedient australische Landwirte mit Erntetechnik. Und wenn man sich die globalen Netzwerke von Phoenix Contact , HARTING Technologiegruppe oder WAGO anschaut, wird deutlich: OWL und Australien sind längst verbunden. Und das mit großer Sicherheit auch mit viel mehr Maschinenbauern aus Ostwestfalen als die, die ich hier aufgeführt habe.

Aber dieses Abkommen ist mehr als Zollsenkung.

In einer Zeit, in der US-Sonderzölle rund 40 Prozent unserer Maschinenexporte nach Amerika belasten und die Handelslandschaft sich fast wöchentlich verändert, ist jedes verlässliche Abkommen zwischen gleich gesinnten Demokratien von strategischem Wert. Australien liefert zudem etwas, was Europa dringend braucht: Lithium, Seltene Erden und Kupfer – Rohstoffe für die Transformation unserer Industrie.

Was machen wir als owl maschinenbau e. V . daraus? Wir nehmen das als Impuls. Für unsere Mitgliedsunternehmen bedeutet es: neue Märkte bewerten, Partnerschaften prüfen, Fachkräfteaustausch denken. Und für uns als Netzwerk: die Räume gestalten, um dies zu ermöglichen.

Lesen Sie auch: Medienpartnerschaft: Mehr Reichweite für den Maschinenbau in OWL