Herford . Die Arbeitgeber der Holz- und Kunststoffindustrie und des Serienmöbelhandwerks in Westfalen-Lippe haben sich am Montagabend mit der IG Metall in dritter Verhandlungsrunde auf einen Tarifabschluss geeinigt.

Für die Beschäftigten des Tarifgebiets Westfalen-Lippe wurde Folgendes vereinbart: Nach sieben Nullmonaten steigen die Löhne und Gehälter ab 1. Juni 2026 um 2,0 Prozent. Zum 1. Juli 2027 erfolgt eine Anhebung um weitere 2,2 Prozent. Zusätzlich verständigten sich die Tarifparteien auf eine Einmalzahlung in Höhe von 300 Euro brutto im April 2026, die betrieblich bis April 2027 verschoben sowie gesplittet oder in Freizeit umgewandelt werden kann.

Jan Kurth sieht Anzeichen für eine Erholung für die deutschen Küchenhersteller. Foto: VDM
Jan Kurth sieht Anzeichen für eine Erholung für die deutschen Küchenhersteller. Foto: VDM

Auszubildende erhalten eine Einmalzahlung in Höhe von 200 Euro brutto. Die Ausbildungsgehälter werden zum 1. August 2026 und zum 1. August 2027 um jeweils 45 Euro angehoben. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 27 Monaten (1. November 2025 bis 31. Januar 2028).

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Jan Kurth, Geschäftsführer der Verbände der Holz- und Möbelindustrie NRW, kommentiert die Vereinbarung wie folgt: „Unsere Industrie sieht sich weiterhin einem sehr schwierigen wirtschaftlichen Umfeld gegenüber. Die andauernde Konsumschwäche und der unzureichende Wohnungsbau setzen unseren Betrieben stark zu. Vor diesem Hintergrund bedeutet der Tarifabschluss für die Unternehmen eine zusätzliche Belastung in einer ohnehin schon angespannten Lage, gibt unserer Branche aber durch die lange Laufzeit zumindest Planungssicherheit für die nächsten zwei Jahre.“

Christian Iwanowski, Verhandlungsführer der IG Metall NRW: „Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage ist das ein ordentliches Tarifergebnis, von dem Beschäftigte in tarifgebundenen Betrieben profitieren werden. Die überproportionale Erhöhung der Ausbildungsvergütung ist wichtig für die Auszubildenden, aber auch für die Branche. Sie hilft bei dem Wettbewerb um die Fachkräfte der Zukunft.“

Quellen: Pressemitteilungen des Verband Deutscher Möbelindustrie und der IG Metall NRW