Bad Honnef/Herford. Die Bundesregierung hat sich auf Eckpunkte zu einem neuen E-Auto-Förderprogramm für Privatpersonen verständigt. Wer sein Elektroauto oder bestimmte Plug-in-Hybride sowie Elektroautos mit Reichweitenverlängerer ab dem 1. Januar 2026 neu zugelassen hat oder zulässt und unter einer bestimmten Einkommensgrenze liegt, kann je nach Fahrzeug, Einkommen und Familiengröße Fördermittel in Höhe von bis zu 6000 Euro beantragen.

Diese staatliche Kaufprämie lehnen die Verbände der Deutschen Möbelindustrie ab. Geschäftsführer Jan Kurth: „Die Möbelindustrie spricht sich klar gegen die E-Auto-Förderung aus. Diese Art einer staatlichen Konsumlenkung schadet mehr, als sie nutzt: Sie reduziert die Planungssicherheit und die Innovationsbereitschaft anderer Branchen in Deutschland.“ Zudem sei der Cluster „Bauen und Einrichten“ mit rund einer Million Beschäftigten genauso eine tragende, innovative Säule der deutschen Wirtschaft wie die Automobilindustrie.

Kritik: Einseitige Förderung führt zu Kaufzurückhaltung in anderen Branchen

Mit dieser einseitigen Förderung verschiebe die Bundesregierung die Konsumausgaben der Verbraucherinnen und Verbraucher in den Autokauf, während andere Branchen weiter unter Kaufzurückhaltung leiden. Verbraucherinnen und Verbraucher könnten ihr Geld nur einmal ausgeben. Im Jahr 2009 verursachte die damalige „Verschrottungsprämie“ laut Kurth einen Umsatzeinbruch von 10 Prozent für die deutsche Möbelindustrie.

„Statt kurzfristige Kaufanreize für einzelne Produkte zu setzen und damit Branchen gegeneinander auszuspielen, sollte die Politik auf anerkannte Maßnahmen zur Konjunkturbelebung setzen: Den Wohnungsbau fördern, die Last durch Steuern und Sozialabgaben reduzieren und über dringend benötigte Entbürokratisierungen endlich wieder Wirtschaftswachstum und Konsumfreude ermöglichen. Davon würde das gesamte Land profitieren und nicht nur eine einzelne Branche“, so Kurth abschließend.