OWL. Steigende Energiekosten auf der einen, wachsende Berichtspflichten auf der anderen Seite: Die Maschinenbau-Branche steht gleich an mehreren Fronten unter Druck. Das Netzwerk owl maschinenbau, in dem sich zahlreiche Unternehmen der innovationsstarken Region zusammengeschlossen haben, greift beide Themen in den kommenden Wochen mit praxisnahen Webinaren auf.

Den Auftakt macht am Dienstag, 16. Juni, um 10 Uhr das Webinar „Ganzheitliche Energielösungen für resiliente und effiziente Standorte“ aus der Reihe „Energie neu denken im Maschinenbau“. Die Kernthese: „Einfach möglichst viel Photovoltaik aufs Werkdach“ ist für viele kleine und mittlere Unternehmen nicht automatisch die beste Lösung. Ohne ein ganzheitliches Energiekonzept werden Stromkosten unter Umständen gar nicht optimiert – oder es entstehen sogar neue Herausforderungen, etwa im Zusammenspiel mit Stromlieferverträgen und negativen Einspeisevergütungen.

Energie ganzheitlich denken statt nur PV aufs Dach

Referent Boris Langerbein zeigt, wie realistische und wirtschaftliche Energiekonzepte für industrielle Standorte aussehen können – von Photovoltaik und Batteriespeichern über die Elektrifizierung von Prozesswärme und Mobilität bis hin zum intelligenten Energiemanagement. Der Diplom-Ingenieur für Energietechnik bringt mehr als 20 Jahre Branchenerfahrung mit: Bevor er die ENERGYMOVE GmbH gründete, war er unter anderem beim Paderborner Speicherspezialisten Intilion tätig und engagierte sich im Bundesverband Solarwirtschaft. Im Webinar erläutert er, wo Unternehmen sinnvoll beginnen, welche Maßnahmen ineinandergreifen und wie sich Investitionen priorisieren lassen. Das Webinar wird gemeinsam von owl maschinenbau und der WEGE , Wirtschaftsförderung für Bielefeld. Hier geht es zur Anmeldung des kostenlosen Energie-Webinars .

Scope 3: Wenn die Lieferkette zur Klimabilanz wird

Das zweite Webinar am Mittwoch, 1. Juli um 10 Uhr , trägt den Titel „Transparente Lieferketten im Maschinenbau: Scope 3 strategisch nutzen“. Zum Hintergrund: Während die sogenannten Scope-1- und Scope-2-Emissionen die direkten Emissionen eines Unternehmens sowie die des eingekauften Stroms und der Wärme erfassen, umfasst Scope 3 alle indirekten Emissionen entlang der Wertschöpfungskette – von eingekauften Materialien über Transporte bis zur Nutzung der verkauften Produkte. Gerade im Maschinenbau entsteht dort der mit Abstand größte Teil des CO₂-Fußabdrucks.

„Unternehmen, die ihre Klimabilanz ernsthaft verbessern möchten, kommen an den Lieferanten also nicht vorbei – stehen aber vor der Herausforderung, deren Daten systematisch zu erheben, zu bewerten und in die eigenen Datenstrukturen zu integrieren“, unterstreicht owl-maschinenbau-Geschäftsführer Christian Johow die Wichtigkeit der Lieferketten-Problematik.

Wie das in der Praxis gelingen kann, zeigen IntegrityNext und der Werkzeugmaschinenhersteller DMG MORI . Rahim El Baraka, Director Corporate Purchasing Strategy bei DMG MORI, gibt Einblicke, wie das Bielefelder Unternehmen gemeinsam mit IntegrityNext Transparenz über die Lieferkette schafft, Nachhaltigkeitsdaten nutzbar macht und in den eigenen Data Lake integriert.

„Wer Angst hat, entwickelt keine Ideen“ – Christian Johow spricht über den Maschinenbau in OWL

Die Teilnehmer erfahren außerdem, wie digitale Lösungen Dekarbonisierung und Compliance unterstützen und erhalten Impulse für resilientere Lieferketten. Die kostenfreie Veranstaltung wird gemeinsam von owl maschinenbau, IntegrityNext, DMG MORI und der Wirtschaftsförderung Kreis Soest ausgerichtet. Zur Anmeldung des Lieferketten-Webinars.