Wacken/Lübbecke. Das 1928 als „Westfälische Provinzial-Viehzuchtgenossenschaft“ gegründete Unternehmen verzichtete bislang auf die Präsenz bei großen und mittleren Festivals oder Fachevents. Doch in der Marketingstrategie hat ein Umdenken stattgefunden. Karl-Ernst Hunting sprach für mmm-owl vor Ort mit zwei Unternehmensvertretern von Westfleisch.

Der Startschuss für mehr Sichtbarkeit erfolgte schon vor dem ersten Auftritt in Wacken bei der der Deutschen Grillmeisterschaft in Fulda. Dabei besitzt die Wacken-Präsenz zwei Dimensionen für Westfleisch.

Zum einen geht es in dem neuen Ansatz um die Fachkräftewerbung, sich also als interessanter Arbeitgeber für junge Menschen zu präsentieren. Zum anderen: Westfleisch ist vor allem im B2B-Bereich unterwegs und die Präsenz in Wacken bot somit die perfekte Gelegenheit für einen positiv behafteten Erstkontakt mit potenziellen Endkunden.

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Das für das Unternehmen neue Format bot darüber hinaus den B2B-Partnern von Westfleisch die Chance zum Austausch mit Verbrauchern, in der Marketings-Sprache als „direct to costumer“ bezeichnet. Wacken, Festivals, Grillen: Dieser Dreiklang passt für Westfleisch zusammen. „Wir gehören ein Stück weit hier hin. Wir möchten Gesicht zeigen. Und wir können hier direkt kommunizieren: ‚Wir haben die Produkte“; es geht auch um die Kette „from farm to the forc‘“, sagt Christopher Rengstorf, COO für den Bereich Rind. Das Feedback der Endverbraucher, insbesondere aus der Barbecue-Szene sei durchweg positiv, unterstreicht Kim-Ole Holm, bei Westfleisch zuständig für die Unternehmensentwicklung.

Nicht nur in der Außenwirkung hat der Markenauftritt in Wacken eine große Wirkung, sondern auch nach innen. Schließlich stellten die Azubis aus allen sieben Standorten plus der Zentrale Münster den Stand in Wacken auf die Beine. Beteiligt waren Azubis aus allen Ausbildungsberufen wie Metzger, Elektroinstallateur, Metallbau, Schlosser und den kaufmännischen Berufen. Betreut wurden sie von einem Projektmanager. Als Dankeschön gab es jeweils ein Wacken-Ticket. Über die Festivaltage hinweg absolvieren die Azubis zwei bis drei Schichten am Stand.

So schafft man einen positiven Kontakt: Mit speziell für den Anlass konzipierten Produkten. Foto: Karl-Ernst Hunting
So schafft man einen positiven Kontakt: Mit speziell für den Anlass konzipierten Produkten. Foto: Karl-Ernst Hunting

Angeboten wird ein Grillgutverkauf mit den klassischen Sortimenten. Daneben gab es ein Showgrillen mit unterschiedlichen Produkten, wobei sich die Besucherinnen und Besucher das Grillgut an einem größeren Stück aussuchen konnten. Burger wurden ebenfalls produziert und an das Publikum verteilt. 80 davon schmeckten den Soldaten der Bundeswehr, die mit einem Stand in Wacken vor Ort war.

Der Stand von Westfleisch war eingebettet in den Farmers Markt, in dem die Unternehmen auch miteinander kooperieren. Die Burger-Buns bezog Westfleisch von Harry und Ellas lieferte morgens die Eier an.

Gut gestärkt lässt sich ausdauernder feiern. Foto: Karl-Ernst Hunting
Gut gestärkt lässt sich ausdauernder feiern. Foto: Karl-Ernst Hunting

Bis heute ist Westfleisch eine Genossenschaft, oder wie es Rengsdorf ausdrückt: „Ein Unternehmen der Bauern mir rund 5.500 Anteilseignern.“ Deshalb erhielten die Vertragslandwirte auch das Angebot für Freikarten, um sich den Westfleisch vor Ort anzuschauen, sich untereinander auszutauschen und zu vernetzen sowie eine gute Zeit zu verbringen.

Zum Thema: Das ist Westfleisch

  • Westfleisch ist der zweitgrößte deutsche Produzent in den Bereichen Rind und Schwein und verfügt unteranderem über einen Standort in OWL, genauer gesagt in Lübbecke.
  • Insgesamt produziert Westfleisch an zehn Standorten in Nordwestdeutschland, beschäftigt rund 7.600 Menschen und agiert entlang der gesamten Wertschöpfungskette – vom Nutzviehzentrum bis zur Convenience-Produktion. Somit zählt Westfleisch zu den führenden Lebensmittelproduzenten Europas.
  • Zur Westfleisch Gruppe gehören fünf Fleischcenter in Coesfeld, Hamm, Oer-Erkenschwick, Bakum und eben Lübbecke zahlreiche Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette: von den führenden Veredlungsspezialisten WestfalenLand und Gustoland über die Logistik-Tochter Wetralog, den Tierfutter-Produzenten The Petfood Company und Dog’s Nature bis zum Nutzviehzentrum.
  • Nachdem der Metzgermeister Christopher Rengstorf zunächst im elterlichen Betrieb gearbeitet hat, folgten die weiteren Station, unter anderem bei Tönnies – heute Premium Food Group. Nun ist er Chief Operating Officer für den Bereich Rind.