Minden-Lübbecke (pm). Im Kreis Minden-Lübbecke ist die Bewerberweitergabe des JOBvision-Projekts „Ausbildung im Schwarm“ (ZAM-AiS) gestartet. Bewerbungen für den Ausbildungsbeginn 2027, die bei einem großen Unternehmen eine Absage erhalten, können mit Zustimmung der Bewerbenden an mehrere, passende kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) im jeweiligen Schwarm weitergegeben werden.

Für Ausbildungsplatzsuchende können sich damit aus einer Bewerbung weitere Chancen auf einen Ausbildungsplatz ergeben. Für KMU eröffnet sich der Zugang zu passenden Ausbildungsplatzsuchenden, die sie möglicherweise sonst nicht erreicht hätten. Damit eröffnet das JOBvision-Projekt „Ausbildung im Schwarm“ einen zusätzlichen Weg, Bewerbende und Ausbildungsbetriebe in der Region zusammenzubringen.

Acht Schwärme in Minden-Lübbecke: Große Unternehmen wie Wago, Harting oder Edeka führen Ausbildungsnetzwerk

Seit der Vorstellung des Projekts auf der Azubi Vibes 2025 haben der ZAM e. V. und der Kreis Minden-Lübbecke die Voraussetzungen für die Zusammenarbeit geschaffen. Inzwischen haben sich acht Kooperationsnetzwerke als Schwärme gebildet. In ihnen vernetzen sich bereits 40 kleine und mittelständische Unternehmen mit jeweils einem namhaften großen Unternehmen der Region. Dabei stehen die großen Unternehmen den Schwärmen als „Schwarmführende“ voran.

Zu den schwarmführenden Unternehmen gehören die ABB AG , die EDEKA Minden-Hannover Zentralverwaltungsgesellschaft mbH , die HARTING Technologiegruppe, die Karl Preuß GmbH & Co. / WEZ, die MERKUR.COM AG, die MINDA Industrieanlagen GmbH , die WAGO GmbH & Co. KG und die ZF Friedrichshafen AG. Diese bringen ihre Erfahrungen, Reichweite und Strukturen in die Zusammenarbeit ein.

So funktioniert die Bewerberweitergabe für den Ausbildungsstart 2027

Wer sich für den Ausbildungsbeginn 2027 bei einem der acht Schwarmführenden bewirbt und keine Zusage erhält, bekommt einen Hinweis auf das Projekt und damit eine weitere Chance auf einen Ausbildungsplatz. Ob die Bewerbung weitergegeben wird, entscheiden allein die Bewerbenden. Stimmen sie zu, werden ihre Unterlagen an passende KMU im jeweiligen Schwarm weitergegeben. Ohne Zustimmung findet keine Weitergabe statt.

Welche Ausbildungsberufe gibt es im Schwarm?

Die Ausbildungsangebote der Schwärme reichen von technischen und gewerblichen Berufen wie Elektroniker, Mechatroniker, Industrie- und Zerspanungsmechaniker über IT- und kaufmännische Berufe bis hin zu Angeboten in Logistik, Handel, Gastronomie sowie Medien und Design. Auch Studienangebote sind vertreten.

Für Schülerinnen und Schüler und ihre Eltern bedeutet das: Eine Absage bei einem Unternehmen muss nicht das Ende des jeweiligen Bewerbungsverfahrens sein. Über die Bewerberweitergabe können weitere Betriebe und Ausbildungswege in der Region sichtbar werden.

Mehr als Bewerberweitergabe: Recruiting und Onboarding im Schwarm

Mit der Bewerberweitergabe startet ein zentraler Baustein des Projekts. Die Zusammenarbeit der Unternehmen geht jedoch darüber hinaus: In den Schwärmen sind auch weitere Kooperationsmaßnahmen wie etwa die Umsetzung von gemeinsamen Recruiting- und Onboarding-Maßnahmen vorgesehen. Welche Begleitstrukturen im Konkreten sinnvoll sind, entwickelt das Projektteam derzeit gemeinsam mit den beteiligten Unternehmen sowie Akteuren aus den Bereichen der Bildung und Verwaltung. Dabei wird sich an den Erfahrungen und Bedarfen der Unternehmen orientiert.

Dafür haben die Schwarmführenden und das Projektteam im Sommer bereits 30 Unternehmen im Kreis Minden-Lübbecke besucht und Bedarfe vor Ort aufgenommen. In Arbeitsgruppen werden daraus nun konkrete Lösungsansätze für die Begleitung der Schwärme entwickelt.


Mehr zum Thema: Informieren und mitmachen

  • Wer sich über die Bewerberweitergabe informieren möchte, findet beim ZAM e. V. alle Angebote: für Bewerbende, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern ebenso wie für kleine und mittelständische Unternehmen, die Teil eines Schwarms werden wollen.

  • „Ausbildung im Schwarm“ wird als JOBvision-Projekt aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert und vom Bundesinstitut für Berufsbildung durchgeführt.

  • Der ZAM e. V. verantwortet und setzt das Projekt um. Die Laufzeit beträgt drei Jahre.

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