Hüllhorst . Kleffmann beschäftigt sich seit 1997 mit dem Thema Bodenmanagement – und beweist damit Pioniergeist, Mut und unternehmerischen Weitblick. Heute setzt das Kögel-Tochterunternehmen aus Hüllhorst Maßstäbe beim Recycling von Baumaterialien und leistet einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit.

„Mitte der Neunziger standen wir vor der Herausforderung, dass eine angemessene Vergütung unserer baulichen Qualität durch die öffentliche Hand nicht gegeben war“, erinnert sich Olaf Kleffmann. „Um uns dennoch Aufträge zu sichern, haben wir den Einsatz von Alternativbaustoffen geprüft. Diese recycelten Materialien boten eine gleichwertige Qualität, waren aber kostengünstiger“, erläutert er. Zu dieser Zeit war das ein mutiger Schritt, denn viele Auftraggeber und Behörden standen solchen Lösungen zunächst skeptisch gegenüber.

Großgeräte der neusten Generation zerkleinern Baumaterial mühelos, was die sortenreine Trennung deutlich erleichtert. Foto: Kleffmann
Großgeräte der neusten Generation zerkleinern Baumaterial mühelos, was die sortenreine Trennung deutlich erleichtert. Foto: Kleffmann

Trotzdem war Olaf Kleffmann von der Idee und der damit verbundenen Ressourcenschonung überzeugt und schaffte im April 1997 eine erste Siebanlage an. Mit der Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz im Juni 1998 startete das Unternehmen offiziell mit dem Recycling von Baustoffen.

Bereits verbautes Material wie Beton, Asphalt, Schotter oder Sand wurde beim Abbruch sortenrein getrennt und nach einer Aufbereitung erneut eingebaut. Anstatt einmal verwendete Ressourcen zu entsorgen, verwendete Kleffmann diese wieder – ganz im Sinne der Kreislaufwirtschaft. Gleichzeitig ermöglichte dieses Vorgehen Nebenangebote mit abweichenden, aber zugelassenen Materialien, abzugeben, was sich schnell in Form von öffentlichen und privaten Aufträgen auszahlte.

Genehmigung dauerte sieben Jahre

Entsprach die angelieferte Menge an aufzubereitendem Material anfangs fast genau dem, was wiederverwertet wurde, so reichten die vorhandenen 10.000 Quadratmeter Betriebs- und Lagerfläche am Betriebssitz bald nicht mehr aus. „Glücklicherweise wurde nur 800 Meter entfernt eine Ausgrabungsfläche frei, die wir übernehmen konnten”, sagt Olaf Kleffmann. „Leider dauerte deren Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz statt der üblichen ein bis zwei Jahre sieben Jahre, sodass wir dort erst 2016 durchstarten konnten“, so der Geschäftsführer.

Aufbereitete Materialien schonen die Ressourcen

Seitdem können Materialien gezielter und in größeren Mengen vorsortiert und hochwertiger aufbereitet werden. Besonders beim Recycling-Schotter zeigt sich das in der konstant erreichten höchsten Qualitätsstufe (RC-1). Einen weiteren Schritt brachte die Einführung der Ersatzbaustoffverordnung im August 2023. „Diese gab uns in unserer pionierhaften Vorgehensweise nun auch offiziell recht: Sie stufte recycelte Baustoffe nicht mehr wie zu vor als Abfall, sondern als gleichwertige Produkte ein. Das reduziert Auflagen beim Einbau, erleichtert die Lagerung und schon im Sinne der Nachhhaltigkeit natürliche Ressourcen, freut sich Olaf Kleffmann.

„Wir tragen Verantwortung dafür, dass auch in Zukunft intakte Natur und lebenswerte Räume erhalten bleiben.“ Olaf Kleffmann

Die Kompetenzen in Abbruch, Recycling und Bodenmanagement bringt Kleffmann seit dem letzten Jahr erfolgreich in die KÖGEL-Unternehmensgruppe ein. „Die Möglichkeit, Boden clever zu managen und abgebrochenes Material wiederzuverwenden, schafft einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil“, unterstreicht Olaf Kleffmann. Denn gerade bei größeren Projekten führen durchdachte Konzepte im Bereich Boden und Ressourcen zu den wirtschaftlichsten Lösungen. „Genau dieses Know-how bringen wir ins KÖGEL-Netzwerk ein“, so Kleffmann.

Auch aus persönlicher Sicht ein relevantes Thema

Besonders begeistern Olaf Kleffmann die zunehmende Mechanisierung und die Optimierung gemäß des Kreislaufwirtschaftsgesetzes – ein Thema, das beim Kreis Lippe, Minden-Lübbecke und in Detmold nochmals neu und spezifischer aufgegriffen wird, wie er verrät. Das Netzwerk CirQualityOWL plus und der Verein Energie Impuls OWL machen sich hier beispielsweise für Veränderungen stark und unter stützen Unternehmen.

Der Aufbereitungs- und Lagerplatz der Kögel-Tochter Kleffmann am Fuß des Wiehengebirges misst stattliche 25.000 Quadratmeter. Foto: Kleffmann
Der Aufbereitungs- und Lagerplatz der Kögel-Tochter Kleffmann am Fuß des Wiehengebirges misst stattliche 25.000 Quadratmeter. Foto: Kleffmann

Auch die technische Entwicklung beeindruckt ihn: „Ein moderner Bagger kann heute Beton so präzise und mühelos zerkleinern, wie man ein Blatt Papier mit der Hand zerreißt. Das verdeutlicht, wie effizient und fortschrittlich die Prozesse inzwischen ablaufen.“

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Auch aus persönlicher Sicht hält Olaf Kleffmann das Thema Recycling heute wie damals für relevant. „Als Vater und Großvater sehe ich, wie stark sich die junge Generation für ökologische Nachhaltigkeit interessiert. Wir tragen Verantwortung dafür, dass auch in Zukunft intakte Natur und lebenswerte Räume erhalten bleiben und nicht nur ausgeräumte Flächen zurückbleiben“, unterstreicht er.

Zahlen, Daten, Fakten zur Kögel-Tochter Kleffmann:

  • 10.000 bis 20.000 Tonnen aufbereiteter Boden pro Jahr im Durchschnitt
  • 25.000 Tonnen hergestellter Recycling-Schotter pro Jahr im Durchschnitt
  • 25.000 Quadratmeter Aufbereitungs- und Lagerplatz