Bielefeld/Paderborn (pm). Wie können Industrieunternehmen neue Technologien sinnvoll nutzen? Welche Ansätze funktionieren bereits in der Praxis? Und welche Möglichkeiten entstehen durch die Zusammenarbeit mit Start-ups und Gründungsteams? Mit diesen Fragen beschäftigten sich rund 110 Fach- und Führungskräfte, Unternehmensvertreter, Start-ups und Innovationsakteure bei „Werkhalle trifft Garage“ am 24. September in Paderborn.

Mit dem gemeinsamen Kongressformat brachten owl maschinenbau und die garage33 industrielle Praxis und Perspektiven aus der Gründungs- und Innovationsszene zusammen. Im Mittelpunkt standen aktuelle Fragestellungen aus Maschinenbau und produzierender Industrie – von Künstlicher Intelligenz und der Nutzung von Unternehmens- und Maschinendaten über Smart Service bis hin zu digitalen Prozessen und Product Compliance.

„Viele Unternehmen beschäftigen sich mit ähnlichen Fragen, bringen aber ganz unterschiedliche Erfahrungen und Zugänge mit. Mit ‚Werkhalle trifft Garage‘ wollten wir genau diese Perspektiven zusammenbringen: das Praxiswissen aus der Industrie, neue technologische Ansätze und die Offenheit, voneinander zu lernen. Für uns als Netzwerk ist es wichtig, solche Anknüpfungspunkte sichtbar zu machen und den Austausch darüber in der Region zu ermöglichen“, erklärte owl-maschinenbau-Geschäftsführer Christian Johow während der Veranstaltung im Gründungszentrum der Universität Paderborn.

Investitionsstandort Deutschland unter Druck: Impuls der Bertelsmann Stiftung

Einen übergeordneten Blick auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gab Dr. Thieß Petersen von der Bertelsmann Stiftung. Unter dem Titel „ Investitionsstandort Deutschland unter Druck “ ordnete er die Investitions- und Innovationsentwicklung in Deutschland ein und zeigte mögliche Ansatzpunkte zur Stärkung industrieller Investitionen auf.

Mit Blick auf Ostwestfalen-Lippe griffen Prof. Dr. Sebastian Vogt und Jannik Woste anschließend die Frage auf, wie sich die Region als Start-up-Standort mit engem Industriebezug entwickelt und welche Möglichkeiten sich daraus für die Zusammenarbeit zwischen etablierten Unternehmen und jungen Teams ergeben. In drei parallelen Programmlinien standen anschließend Erfahrungen und Anwendungen aus der Unternehmenspraxis im Mittelpunkt.

Praxisbeispiele zeigen konkrete Einsatzmöglichkeiten

Unter anderem gaben verlinked und SITRAPLAS Einblicke in die Vernetzung von Maschinen-, Prozess- und Auftragsdaten. Krause-Biagosch zeigte Möglichkeiten auf, vorhandene Maschinendaten für KI-basierte Dokumentationen, Handlungsempfehlungen und vorausschauende Wartung zu nutzen. Am Beispiel von technotrans wurde deutlich, wie regulatorische Anforderungen im Product-Compliance-Umfeld in digitale Prozesse überführt werden können. Weitere Beiträge beschäftigten sich mit KI-gestütztem technischem Support, automatisierter Dokumenten- und E-Mail-Verarbeitung sowie mit der Frage, wie KI-Anwendungen dauerhaft in Unternehmensprozesse integriert werden können.

Volles Programm: Die Teilnehmenden konnten beim Format "Werkhalle trifft Garage" aus einem breiten Angebot von Impulsvorträgen und Workshops wählen. Foto: owl maschinenbau
Volles Programm: Die Teilnehmenden konnten beim Format “Werkhalle trifft Garage” aus einem breiten Angebot von Impulsvorträgen und Workshops wählen. Foto: owl maschinenbau

Eine eigene Programmlinie richtete den Blick auf junge Unternehmen und neue technologische Ansätze. SCHUTZZ, Viewnamic, Cellgo und der KI-Marktplatz stellten Lösungen unter anderem aus den Bereichen Brandschutzmaterialien, digitale Dokumentation, Lagerautomatisierung und Anforderungsmanagement vor. Dabei ging es nicht allein um einzelne Technologien. Ein zentrales Thema war die Frage, wie Industrieunternehmen neue Ansätze kennenlernen, einordnen und mögliche Anknüpfungspunkte für die eigene Praxis identifizieren können.

Start-ups stellen neue Lösungen für die Industrie vor

Neben den fachlichen Beiträgen war der persönliche Austausch ein zentraler Bestandteil des Formats. Die Veranstaltung sollte Unternehmen nicht nur einen Überblick über aktuelle Entwicklungen geben, sondern auch Menschen mit ähnlichen Fragestellungen und unterschiedlichen Erfahrungen miteinander ins Gespräch bringen.

Mit „Werkhalle trifft Garage“ verbanden owl maschinenbau e. V. und garage33 damit zwei Netzwerke mit unterschiedlichen Zugängen zu Innovation und industrieller Entwicklung . Ziel war es, Wissen und Erfahrungen aus Unternehmen mit neuen technologischen und unternehmerischen Ansätzen zusammenzuführen und zusätzliche Anknüpfungspunkte für die Industrie in Ostwestfalen-Lippe zu schaffen.


Mehr über den Verein owl maschinenbau

Mehr über die garage33

  • Die garage33 ist das Gründungszentrum der Universität Paderborn und Teil des Centers für Transfer durch Existenzgründung (TECUP) .
  • Am Start-up Campus OWL in Paderborn unterstützt sie Gründungsinteressierte und Start-ups mit Coaching, Qualifizierungsprogrammen, Veranstaltungen, Vernetzung sowie Arbeits- und Entwicklungsräumen.
  • Der 2024 eröffnete Campus bietet auf rund 7.000 Quadratmetern unter anderem Co-Working- und Eventflächen sowie einen knapp 1.000 Quadratmeter großen Maker Space für die Entwicklung und Erprobung neuer Produkte.
  • Ziel ist es, Gründung, Innovation und den Austausch zwischen Start-ups, Wissenschaft und Unternehmen in Ostwestfalen-Lippe zu stärken.

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