Horn-Bad Meinberg. Vom Holzkitt aus der Tube zum internationalen Spezialisten für UV-Lacke: Die Geschichte von KNEHO-LACKE zeigt beispielhaft, wie sich ein mittelständisches Familienunternehmen über neun Jahrzehnte entwickeln kann, ohne seine Wurzeln aufzugeben.  

Das 90-jährige Bestehen nahm KNEHO zum Anlass, gemeinsam mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und deren Familien sowie Kunden, Handwerksbetrieben und Vertretern aus Politik und Wirtschaft auf die Unternehmensgeschichte zurückzublicken – und zugleich nach vorn zu schauen.

Engagierte Mitarbeiter sind das Erfolgsrezept  

Denn bei aller Veränderung gibt es bei KNEHO eine wichtige Konstante: „Unsere Haltung ist geblieben“, betonte Geschäftsführer Tim Patrick Meier in seiner Begrüßungsrede. Demnach seien Verlässlichkeit, der Wille zur Weiterentwicklung und Serviceorientierung bis heute prägend für das Unternehmen.

 

Viele Generationen vereint: KNEHO hat das 90-jährige Bestehen mit einem großen Fest mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gefeiert. Foto: Andreas Barnekow
Viele Generationen vereint: KNEHO hat das 90-jährige Bestehen mit einem großen Fest mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gefeiert. Foto: Andreas Barnekow

Entscheidend für den Erfolg waren immer die Menschen – und sie sind es bis heute. „KNEHO musste auch Krisen überstehen. Dass wir heute hier stehen, verdanken wir zum einen den Generationen vor uns und zum anderen euch, unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und euren Familien. Danke, ihr seid der Grund, dass der Laden läuft“, sagte Tim Patrick Meier.

Mit knetbarem Holz fing alles an

1936 gründete Josef Niessen das Unternehmen KNEHO. Der Firmenname ist eine Abkürzung und steht für das erste Produkt: Knetbares Holz! Mit diesem Holzkitt, einer formbaren Paste, die aus Sägespänen und Lösungsmitteln bestand, ließen sich Kratzer, Macken oder Risse in vielen Holzoberflächen, Tür- und Fensterrahmen reparieren und ausbessern. „KNEHO aus der Tube“ entwickelte sich schnell zum Verkaufsschlager. Noch heute kann man bei KNEHO den historischen Werner & Pfleiderer-Doppel-Z-Kneter bewundern, in dem das Knetholz seinerzeit hergestellt wurde.

 

Das erste Produkt: Knetbares Holz, kurz: KNEHO. Mit dieser Annonce warb das Unternehmen für seinen Holzkitt, mit dem sich Kratzer, Macken oder Risse in vielen Holzoberflächen, Tür- und Fensterrahmen reparieren und ausbessern ließen. Archivfoto: KNEHO-LACKE
Das erste Produkt: Knetbares Holz, kurz: KNEHO. Mit dieser Annonce warb das Unternehmen für seinen Holzkitt, mit dem sich Kratzer, Macken oder Risse in vielen Holzoberflächen, Tür- und Fensterrahmen reparieren und ausbessern ließen. Archivfoto: KNEHO-LACKE

Etwas Ähnliches bietet KNEHO übrigens immer noch an, „allerdings in einer Version 4.0“, sagt Tim Patrick Meier mit Blick auf das Spachtelsystem „Speedputty“, das sekundenschnell per UV- und LED-Licht aushärtet.

Lacke oder Spachtel, die unter UV- oder LED-Licht aushärten: Daran war zur Gründungszeit noch nicht zu denken. Doch Lacke gehören von Anfang an dazu. Schließlich hatte Firmengründer Niessen bereits seit Anfang der 1920er-Jahre eine Lackfabrik, die Josef Niessen GmbH, erfolgreich betrieben.

Bereits 1964 stieg die Familie Kuhlemann bei KNEHO ein. Heute befinden sich sämtliche Unternehmensanteile in den Händen der Familienzweige Haack und Kuhlemann. Mit Katharina Haack und Tim Patrick Meier wird das Unternehmen inzwischen in dritter Generation geführt.

  • 1950

Vom Branchen-Fokus zum Technologie-Fokus

Seinen Ursprung hatte KNEHO im Herzen der lippischen Möbelindustrie. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte KNEHO sein Produktportfolio kontinuierlich entlang der Anforderungen des Marktes weiter. Heute stellt KNEHO auf seinem rund 10.000 Quadratmeter großen Firmengelände in Horn sowie in dem im Jahr 2000 eröffneten Werk in Rumänien UV-härtende Lacke für unterschiedlichste Oberflächen und Anwendungsbereiche her – von Möbeln und Fußböden über Glasflaschen und Gitarren bis hin zu Fahrbahnmarkierungen. „Wir sind weggegangen vom Branchen-Fokus hin zu einem Technologie-Fokus“, erklärt Tim Patrick Meier. Seit 2021 tritt das Unternehmen unter dem Claim „KNEHO-LACKE – The UV Coating Company“ auf.

Verbundenheit mit der Region  

Als „ein beeindruckendes Stück Unternehmensgeschichte in unserer Stadt“ würdigte Horn-Bad Meinbergs stellvertretende Bürgermeisterin Julia Tewes KNEHO anlässlich der Jubiläumsfeier. KNEHO biete Arbeitsplätze vor Ort und stehe für eine tiefe Verbundenheit mit der Stadt Horn-Bad Meinberg. Diese Treue zum lippischen Standort lobte auch die stellvertretende Landrätin Birgit Tornau: „Sie haben Innovationen geschaffen, die weltweit Wirkung entfalten. KNEHO steht für all das, was lippische Unternehmen auszeichnet“, sagte Tornau.  

 

Lob aus Politik und Wirtschaft: Zum Jubiläum gratulierten auch Horn-Bad Meinbergs stellvertretende Bürgermeisterin Julia Tewes, IHK-Präsident Volker Steinbach (von links) und die stellvertretende Landrätin Birgit Tornau (rechts) den KNEHO-Geschäftsführern Katharina Haak und Tim Patrick Meier. Foto: Andreas Barnekow
Lob aus Politik und Wirtschaft: Zum Jubiläum gratulierten auch Horn-Bad Meinbergs stellvertretende Bürgermeisterin Julia Tewes, IHK-Präsident Volker Steinbach (von links) und die stellvertretende Landrätin Birgit Tornau (rechts) den KNEHO-Geschäftsführern Katharina Haak und Tim Patrick Meier. Foto: Andreas Barnekow

Gerade das Denken in Generationen und eine stete Weiterentwicklung seien wesentliche Stärken familiengeführter Unternehmen in Lippe, ergänzte IHK-Präsident Volker Steinbach. KNEHO beweise eindrucksvoll, dass „Tradition und Innovation keine Gegensätze sind“, so Steinbach weiter.  

KNEHO 2030: Nachhaltigkeit und Wachstum im Blick

Um auch in Zukunft erfolgreich zu sein, setzt KNEHO auf engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, innovative Produkte und einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen. Diese Ziele bündelt das Unternehmen in seiner 2024 entwickelten Strategie „KNEHO 2030“, die nachhaltige Entwicklung mit wirtschaftlichem Wachstum verbinden soll.

Bereits seit einigen Jahren verzichtet KNEHO in der Produktion auf lösemittelhaltige Produkte. Ein Teil der eingesetzten Rohstoffe stammt zudem aus nachwachsenden oder recycelten Quellen. Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen daran, die Materialeffizienz seiner Produkte weiter zu verbessern. „Unser Ziel ist es, mit weniger Lack die gleiche oder sogar eine bessere Oberflächenqualität zu erreichen“, erklärt Tim Patrick Meier.  

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