OWL. Unternehmen suchen Wirkung, landwirtschaftliche Betriebe suchen neue Ertragsquellen. Ein spannendes Projekt, unter anderem unter Beteiligung des Instituts für Entrepreneurship der Universität Münster, vernetzt Unternehmen und Landwirte, die so bei Klimaschutz, Biodiversität und CSRD-Erfüllung unterstützen können.

Unternehmen in OWL stehen vor der Herausforderung, ökologische Verantwortung wie Klimaschutz und Biodiversität konkret nachzuweisen und regulatorische Vorgaben wie die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) glaubwürdig abzubilden. Gleichzeitig suchen viele Land- und Forstwirte nach stabilen zusätzlichen Einnahmequellen, die nicht an die klassischen Produktionswege gebunden sind.

Das Innovationsprojekt EcoAgri setzt genau an dieser Schnittstelle an und prüft, wie Umweltleistungen von landwirtschaftlichen Betrieben in OWL so gestaltet und vergütet werden können, dass sie sowohl ökologisch wirksam als auch wirtschaftlich und regulatorisch tragfähig sind.

Zielsetzung: Ökologische Leistungen als marktfähiger Betriebszweig

EcoAgri verfolgt das Ziel, Ökosystemleistungen der Land- und Forstwirtschaft als neuen marktfähigen Betriebszweig zu etablieren. Unternehmen sollen künftig gezielt Maßnahmen bei regionalen Betrieben beauftragen können, zum Beispiel:

  • Biodiversitätsfördernde Strukturen wie Blühflächen oder Hecken
  • CO₂-bindende Landnutzungen und angepasste Bewirtschaftung

Eine zentrale Grundlage ist eine digitale Plattform des Projektpartners AgoraNatura. Sie kartiert Flächen und Maßnahmen, bewertet ihre ökologische Wirkung und macht diese für Unternehmen transparent und buchbar. So entstehen nachvollziehbare Projekte, die sich für Berichterstattung, Prüfungen und interne Steuerung nutzen lassen.

Wie Unternehmen aus OWL bei diesem Pilotprojekt mitmachen können

EcoAgri baut in Ostwestfalen Lippe zunächst eine Pilotphase mit ausgewählten land- und forstwirtschaftlichen Betrieben auf. Parallel spricht das Projektteam mit Unternehmen aus der Region, um folgende Punkte zu klären:

  • Welche Nachweise und Kennzahlen für CSRD, EU-Taxonomie und interne Nachhaltigkeitsberichte benötigt werden?
  • Wie Kooperations- und Finanzierungsmodelle für Ökosystemleistungen gestaltet sein sollten.

Unternehmen profitieren von EcoAgri, weil sie:

  • Konkrete, regional verankerte Umweltprojekte unterstützen
  • Eine digitale Datengrundlage für Wirkung und Dokumentation erhalten
  • Nachhaltigkeitsziele mit regionaler Wertschöpfung verbinden
  • Ihre Rolle als verantwortlicher Akteur in OWL sichtbar machen können.

Interessierte Firmen können sich als Pilotunternehmen melden, eigene Anforderungen einbringen oder erste Projektideen für Flächen und Kooperationen diskutieren. Zudem hilft eine Beantwortung des folgenden Fragebogens (anonym und dauert ca. 3 Minuten) bereits sehr bei der Aufnahme Ihrer Anforderungen:

Projektgebiet, Laufzeit und Projektbeteiligte

EcoAgri wird im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft für Produktivität und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft (EIP Agri) in Nordrhein-Westfalen gefördert. Das Projektgebiet liegt im Raum Ostwestfalen-Lippe. Die Laufzeit beträgt 36 Monate von 01. August 2025 bis 31. Juli 2028.

Das Projektkonsortium umfasst:

Gemeinsam arbeiten die Partner daran, eine Softwarelösung und ein Geschäftsmodell zu entwickeln, das sich perspektivisch auch in andere Regionen übertragen lässt.

EcoAgri als Baustein für Green Champions in OWL

Mit EcoAgri entsteht ein Angebot, das sowohl Land- und Forstwirtschaft als auch Unternehmen in OWL adressiert. Betriebe können Umweltleistungen professionell anbieten, Unternehmen erhalten ein Instrument, um wirkungsorientiert und regional in Klima und Biodiversitätsmaßnahmen zu investieren. Damit ist EcoAgri ein Beispiel dafür, wie die Region Ostwestfalen-Lippe Umwelt und Klimaschutz systematisch in ihre wirtschaftliche Entwicklung integriert.

Kontakt für interessierte Unternehmen

Dr. Max Schülting, E-Mail: mschuelting@uni-muenster.de, Telefon: 0176/6339 7115