Bielefeld . Die Veranstaltung „Künstliche Intelligenz neu denken – Chancen nutzen“ der Initiative „Frauen & Gründung“ der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld im Event Loft vom Pioneers Theatre in Bielefeld setzte jetzt starke Impulse und überzeugte durch ein interaktives Format.

Mehr als 60 Teilnehmerinnen belegten das hohe Interesse am Thema. Bereits die Mitmachmomente in der Keynote von KI-Expertin Andrea Kunze sorgten für eine lebendige Atmosphäre und einen intensiven Dialog. „Das KI-Gender-Gap zeigt, wie wichtig es ist, Chancen sichtbar zu machen und Frauen gezielt für technologische Entwicklungen und Gründungen zu stärken“, betonte IHK-Hauptgeschäftsführerin Petra Pigerl-Radtke im Kontext des internationalen Frauentages in ihrer Begrüßung. „Wenn wir mehr Innovation wollen, müssen wir das Unternehmertum von Frauen konsequent fördern.“

Die Veranstaltung bot den passenden Rahmen für einen inspirierenden Abend rund um das Thema Künstliche Intelligenz. In der Podiumsdiskussion – moderiert von Kathrin Teschke, IHK-Referentin für Gründung – kamen Gründerinnen aus unterschiedlichen Branchen zu Wort. „Ziel war es, vielfältige Perspektiven sichtbar zu machen und zu beleuchten, wie KI im unternehmerischen Alltag unterstützen kann. Deshalb stellten wir bewusst Beispiele sowohl aus digitalen Geschäftsmodellen als auch aus klassischen Unternehmensbereichen vor“.

Anneke Flechtner, Gründerin der Gesundheits-App Preeo, betonte beispielsweise, dass KI völlig neue Wege eröffne, Ideen umzusetzen und Produkte zu entwickeln. „Ideen lassen sich schneller testen, Produkte schneller validieren – und Innovation wird dadurch insgesamt dynamischer“.

Der verantwortungsvolle Umgang mit KI wird betont

Jasmin Mhethawi, Gründerin des Food-Blogs „15MinutenRezepte“ mit einer Million Followern auf Instagram, machte deutlich: „Gerade in einer Zeit, in der viele Inhalte KI-generiert sind, sollten wir bewusst auf Authentizität achten. Die menschliche, emotionale Komponente und individuelle Ecken und Kanten machen den Unterschied“. Wer beispielsweise ein zu perfektes Rezeptfoto anschaue, habe oftmals gar keine Lust, das nachzumachen, weil er befürchte, es so eh nicht hinzubekommen.

Eine mögliche Nutzung von Künstlicher Intelligenz in klassischen Branchen stellte Ann-Christin Rinker vor, Gründerin von Rinker & Rinker, einer jungen Beratungsagentur für einen erfolgreichen Generationenwechsel im Mittelstand. Sie nutze KI etwa zur Unterstützung von Prozessen und zur Effizienzsteigerung im Hintergrund. „Das kann jeder machen, unabhängig vom jeweiligen Geschäftsmodell.“

Die Veranstaltung bot neben fachlichem Input auch Raum für Austausch, Vernetzung und praxisnahe Diskussionen, so Kathrin Teschke. „Der lebendige Dialog im Publikum zeigte eindrucksvoll, wie groß das Interesse an einer reflektierten und zugleich chancenorientierten Auseinandersetzung mit Künstlicher Intelligenz gerade bei Unternehmensgründerinnen ist“.