Minden-Lübbecke. Viele kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) im Kreis Minden-Lübbecke stehen vor der gleichen Herausforderung: Trotz attraktiver Ausbildungsangebote bleiben Ausbildungsplätze unbesetzt. Gleichzeitig erhalten große, bekannte Unternehmen häufig mehr Bewerbungen, als sie selbst berücksichtigen können. Genau an diesem Punkt setzt das JOBvision-Projekt „Ausbildung im Schwarm“ an.

Mit dem Projekt schaffen der Kreis Minden-Lübbecke und der Verein „Zukunft Ausbildung im Mühlenkreis“ (ZAM e. V.) neue Kooperationsstrukturen in der regionalen Ausbildungslandschaft. Ziel ist es, Unternehmen mit vergleichbarem Ausbildungsangebot stärker zu vernetzen und Bewerbungsprozesse effizienter zu gestalten.

Kooperation statt Konkurrenz

Kern des Projekts sind sogenannte „Schwärme“: Kooperationsnetzwerke aus einem großen Unternehmen als Schwarmführender und mehreren kleinen und mittelständischen Betrieben als Schwarmmitglieder. Innerhalb dieser Schwärme wird ein gemeinsames Bewerbungs- und Ausbildungsmanagement entwickelt. Bewerbungen, die bei den Schwarmführenden eingehen und dort nicht zum Zuge kommen, können mit Zustimmung der Bewerbenden dem gesamten Schwarm zur Verfügung gestellt werden.

Eine Bewerbung eröffnet mehrere Chancen

„So versanden Bewerbungen nicht, sondern werden gezielt weitergeführt“, erklärt das Projektteam. Für Bewerbende bedeutet dies: Eine Bewerbung eröffnet mehrere Chancen. Für Unternehmen bedeutet es: Zugang zu qualifizierten Bewerberinnen und Bewerbern, die sie sonst möglicherweise nicht erreicht hätten.

Starke Schwarmführende aus der Region

Das JOBvision-Projekt „Ausbildung im Schwarm“ wird von namhaften Unternehmen aus dem Kreis Minden-Lübbecke getragen. Als Schwarmführende engagieren sich: ABB AG, EDEKA Minden-Hannover Stiftung & Co. KG, HARTING Technologiegruppe, Karl Preuß GmbH & Co., MERKUR.COM AG, MINDA Industrieanlagen GmbH, WAGO GmbH & Co. KG und ZF Friedrichshafen AG. Diese Unternehmen übernehmen in den Schwärmen eine zentrale Rolle und stellen ihre Erfahrung, Reichweite, Strategien und Strukturen für die gemeinsame Ausbildungsakquise zur Verfügung.

Mehrwert für kleine und mittelständische Unternehmen

Besonders kleine und mittelständische Unternehmen profitieren von der Zusammenarbeit im Schwarm. Neben dem Zugang zu Bewerbungen bietet das Projekt weitere Vorteile: Die beteiligten Unternehmen können gemeinsame Recruiting- und Onboardingmaßnahmen umsetzen, etwa Schulbesuche, Messeauftritte oder Social-Media-Aktivitäten. Zudem ermöglicht der Austausch im Netzwerk, voneinander zu lernen und die Ausbildungsqualität weiterzuentwickeln.

Projekt läuft drei Jahre

Innerhalb einer dreijährigen Projektlaufzeit sollen rund 50 regionale Unternehmen in sieben Schwärmen organisiert werden. Die Ausgestaltung der Zusammenarbeit erfolgt dabei bewusst individuell und bedarfsorientiert.

„Ausbildung im Schwarm“ wird gefördert als JOBvision-Projekt aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Der ZAM e. V. verantwortet und setzt das Projekt um.

Infos für Interessenten

  • Kleine und mittelständische Unternehmen, die Interesse an einer Teilnahme haben, können sich beim Projektteam Katja Mantler, Stephanie Meyer und Maria Welke, Tel. (0571) 807-13566, unverbindlich informieren und beraten lassen.
  • Weitere Informationen zum Projekt „Ausbildung im Schwarm“ finden sich hier: 
    zam-ev.de/ausbildung-im-schwarm